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Tag "Verena Kuni"

Idylle im Grünen war gestern: Während neuerdings auch Städte Wildnis wagen wollen, werden Kleingärten abwechselnd von Starkregen geflutet und von anhaltenden Hitzeperioden ausgedörrt; während die Obstbaumblüten vergeblich auf Bestäubung warten und die Schmetterlinge auf der Buddleja rar bleiben, suchen Heerscharen gefräßiger Larven Laub und Früchte heim.

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Elektronische Garten-Teestunde am Morgen | Electronic Garden Tea-Time in the Morning

Die Nachteulen haben sich in Morgenvögel verwandelt. Ein leiser Wind weckt die Zweige. Auf den Blättern trocknet der Tau der Träume. Der Garten ist erwacht. Oder wäre es möglich, dass doch noch wie zarter Spinnweb die Erinnerung an die Stille der vergangenen Stunden über den Beeten schwebt?

Zeit für eine Tasse Tee. Geniessen wir sie, während der Spinnweb in Richtung der Felder verweht, die sich hinter dem Garten erstrecken.

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Geheime Gärten | Secret Gardens

Das Quecksilber steigt und der Asphalt schlägt Blasen – wohl denen, die sich in einen schattigen (Datscha-)Garten zurückziehen können. Aber vielleicht finden wir einen solchen Garten auch mitten in der Stadt? Nein, nicht in den Hinterhöfen und auch nicht in den Parks. Sondern genau hier: Zwischen den Türmen der Banken, den grauen Fassaden der Bürohäuser, den Bordsteinen, an denen der Verkehr entlangrauscht. Zen oder die Kunst, geheime Gärten auch dort aufzuspüren, wo sie niemand vermuten wird…

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Biopatente, oder: Wem gehört die Welt? | Bio Patents, or: Who owns the World?

Meine Pflanzen, Deine Pflanzen – Pflanzen sind für alle da? Von wegen. Wenngleich sich über das Recht zur Inbesitznahme von Leben eigentlich gut und gerne ganz grundsätzlich diskutieren liesse: In Sachen Saatgut geht’s seit je hoch her. Von dessen Qualität hängen schliesslich der Ertrag und folglich auch der Handelswert alles Ergärtnerten und Erackerten ganz entscheidend ab. Entsprechend begehrt sind die Formeln für erfolgversprechende Züchtungen. Natürlich nicht erst, seit Biopatente angemeldet können. Nachdem es in diesem Feld zunächst einmal vornehmlich um Bakterienkulturen ging, sind im Zuge der Entwicklungen auf dem Feld der Bio- und namentlich der Gentechnologie inzwischen jene Datensätze, welche die “Formeln fürs (jeweilige) Leben” enthalten, in den Blick gerückt. Mit erheblichen Konsequenzen für alle Beteiligten bzw. Betroffenen…

Gute Gründe, auch aus dem Datscha-Garten einen Blick auf dieses weite Feld zu werfen. Zu Gast im Wintergarten-Studio: Vali Djordjevic von i.rights, um im Gespräch mit Diana McCarty und Verena Kuni mögliche Parallelen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Debatten zu sondieren, die aktuell um Urheberrechte, Geistiges Eigentum und Gemeingut bzw. Commons geführt werden.

[Bildchen | Picture: Gewachsen auf Gemeindegrund, in diesem Fall Rosenthal Hauptstrasse. Gerste. Fragt sich nur, welche. Der Standort spricht für Hordeum murinum – aber was, wenn es die richtige wäre, ausgewildert von den nahen Feldern? – VK cc-by-nc-sa]

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Rosengartenträume | Rose Garden Dreams

Es ist Nacht geworden im Garten. Die Datscha liegt still. Der Garten schläft. Und die Rosen haben begonnen zu träumen.
Noch immer sind die Antennen auf Empfang und wir lauschen den Frequenzen, die durch die Dunkelheit zu uns dringen. Fast scheint es, als sei dort draussen ein Flüstern zu hören. Es ist der lange verloren geglaubte Duft einer wilden Rose, der sich mit jenen Düften vermischt, die über den Tag von den Bienen davongetragen worden sind. Die aus dem Rosengarten waren nicht dabei: Die Bienen wissen um das Gift, das in den Blüten der Hybriden auf sie wartet. Rose is a rose. But not every rose is a rose or not.
Ein Zeichen sind wir, deutungslos / Schmerzlos sind wir und haben fast / Die Sprache in der Fremde verloren… Die Träume der Rosen sind schwer und leicht zugleich. Eine Stunde stehlen wir der Nacht, denn eine Stunde lang wollen wir sie teilen.
Rosengartenträume mit Hölderlin, Gertrud Stein, chinesischen Märchen, Matmos und Wittgenstein.
Nein, wir haben Euch nie einen Rosengarten versprochen…

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Elektronisches Florileg | Electronic Florilegium

Sag es mit Blumen…
Elektronische Musik durch die Blume von ambient über experimentell bis tanzbar. Und/oder alles zugleich.
Eine Blütenlese, zusammengestellt vom inversen Kaninchen.

Playlist & Credits:
Christropher Willits: Portal (Christopher Willits: Tiger Flower Circle – Ghostly International – 2010) – Susumu Yokota: A Flower White, feat. Nancy Elizabeth (Susumu Yokota: Mother – Lo Recordings – 2009) – Herrmann & Kleine: Blue Flower (Herrmann & Kleine: Our Noise – Morr Music – 2002) – Animal Collective: In the Flowers (Animal Collective: Merriweather Post Pavilion – Domino – 2009) – Christropher Willits: Sun Body (Christopher Willits: Tiger Flower Circle – Ghostly International – 2010) – Christropher Willits: Sunlight Is You (Christopher Willits: Tiger Flower Circle – Ghostly International – 2010) – Kaito: Your Brilliant Flowers (Kaito: Hundred Million Love Years – Kompakt – 2006) – Nikonn: Broken Flowers (Nikonn: Utopia – Undo Records – 2008) – Susumu Yokota: Blue Sky and Yellow Sunflower (Susumu Yokota: Symbol – Lo Recordings – 2005) – Abyss: Birdsong Flowers and Sea creatures Remix ( Abyss: Birdsong – Buzzin’ Fly Records – 2011) – Susumu Yokota: A Heart warming and Beautiful Flower (Susumu Yokota: Love Or Die – Lo Recordings – 2008) – Zavoloka – AGF: Darkflowerbrainnita (Zavoloka – AGF: Nature Never Produces The Same Beat Twice – Nexsound – 2005) – Metamatics: Giant Sunflowers Swaying In The Wind (Metamatics: From Death To Passwords Where You’re A Paper Aeroplane – Hydrogene Dukebox – 2002) – M83: Run Into The Flowers (M83: Dead Cities, Red Seas & Lost Ghosts – Mute – 2004) – Eddi Shkiper: The Thrown Flower (Eddi Shkiper: Senses – DP6 Records – 2010) – Moonbeam: When Flowers Talk (Moonbeam: Consumption – Soundz – 2008).
Vielen Dank an alle GärtnerInnen im Reich der elektronischen Klangflora

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RadioRhizomE: Pomologie | RadioRhizomE: Pomology

Was haben Äpfel mit Kunst und Pomologie mit Politik zu tun? Das RadioRhizom:e fährt seine Antenne aus, um dieser Frage nachzugehen. Gemeinsam mit dem Frankfurter Künstler Jörg Spamer begeben wir uns auf einen Spaziergang in die Obstbaukunde. Eine Kiste mit “Büchern über Äpfel” entpuppt sich als der Nachlass eines namhaften Pomologen, auf den Spuren wandelnd sich so einiges über das Verhältnis des Menschen zum Malus domestica erfahren lässt…

Wann? Heute, Samstag 25.08.2012 von 21:00 bis 22:00 Uhr auf Datscha-Radio und auf reboot.fm

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Die Sprache der Vögel (radia double feature) | The Language of the Birds (radia double feature)

Eine geheime Sprache. Und doch überall im Garten zu hören. Die Sprache der Vögel.
Eine Sprache, die eine und viele ist.

Zwei ihrer Variationen können wir in einem Doppelprogramm kennenlernen, kredenzt von VogelkundlerInnen aus dem Radio-Kunst-Netzwerk radia.fm.

Zunächst belauschen wir sie mit Sally McIntyre an der neuseeländischen Küste, wo sich veritable Radio-Vögel unter die heimischen Arten mischen:

“Small, distributed in trees, in hollow logs and on the ground, a flock of radio receivers inhabits a forest area near a large native Rata tree on Kapiti, an island off the coast of the lower North Island of Aotearoa/New Zealand. Slowly, the radios enter the soundscape of the surrounding biosphere, chime in with birdsong captured in field recordings, gathered in the same area on previous days, making audible the signal from a small-radius mini FM transmitter. Down the mountain, a young male Kokako has been calling for the last three months, unsuccessfully trying to attract a mate. The main thing he has been able to attract are the attentions of other, more common endemic forest birds, Tui and Bellbirds, who, being skilled mimics, have started to imitate his calls. Perhaps in response to such unwanted attentions, he has not been heard for the past week, but the radio remembers him, playing back his song in an evocation of both the long history of human vocalisation of birds in this place, and the birds’ own complex mimicry of each other.

Rarely heard but even more rarely seen in the wild, the Kokako, a shy inhabitant of deep forest, and one of New Zealand’s most endangered birds, whose calls have been described variously as ‘flute-like, organ-like, bell like, sweet, plaintive, haunting and ventriloquial’, has lived on this island since 1991, when thirty three birds were transferred from three remnant populations elsewhere in the North Island. These populations, artificially lodged together into a new environment, yet all sourced from different localities and having their own dialects, originally didn’t recognise each other as the same species, and so breeding was, understandably, unsuccessful. In the ensuing decades, it seems, the development of a ‘Kapiti dialect’ has emerged on the island, and the birds have begun to converse, and to breed, and become tentatively established locally. The South Island subspecies of the Kokako has been declared extinct, and until recently the North Island variant was declining toward the same fate, but in the last few years, due to such placement on offshore predator-free islands, the birds have become one of the recent success stories of New Zealand conservation species management.

A document of a single take performance with no human listeners, beginning and ending as an unadulterated recording of the sounds of the locale in which it was enacted, this mini FM transmission subtly weaves various other recordings from the same location at other times of day into the extant soundscape, a collected sound library begun with the very early morning chorus and progressing toward midday, the time when the piece was transmitted. Shifting sound tonalities are heard, these are entirely due to the aforementioned ‘flock’ of radios and how they are positioned in relation to the stereo microphones used to record the piece. Static is heard when the radios leave this radius of transmission, the territory of the signal marking its place in the forest with song, shards of noise signifying its breach, echoing its placement on an island in a biosecure, highly managed environment forever on the lookout for tears in the fabric, and also birdsong itself as a highly territorialised marker of location and identity. The chiming dawn chorus of bellbirds at the piece’s apex thins out to eventually become a duet of call and response in real time between a live Kokako, attracted by the transmission, and the radios switching off and on as they transmit the song of the same bird, a disjunctive ventriloquistic mediated discourse, not without its own poetry, bird and radio calling to each other for an extended moment over the thick native tree wooded valley.

radio d’oiseaux (kokako variations), through its fabric of forgetting and remembering, of dialect and localisation, ponders the hope for an environmentally aware media that doesn’t approach environment from the perspective of the covetous collector or become a mere one-way conduit for the human ear, but leaves the sounds where they are, taking the advice of the New Zealand environmental care code: Toitu te whenua (leave the land undisturbed), at the same time risking an indulgence of the radio’s secret fantasies of interspecies communication, of not only being a sender but also a receiver, of joining in with the chorus and listening to its localised specificity, of being part of the living soundscape rather than merely part of its museum.” [S.McI.]

Im Anschluss folgen wir Wolfgang Müller nach Island, wo bekanntlich besonders kunstsinnige Stare nisten:

“In summer 1997 discovered Wolfgang Müller the House on the small Island Hjertøya opposite the West-Norwegian city Molde, in which Kurt Schwitters stood during summertime from 1932 on. It is full of destroyed Collages, writings and over and over painted plaster columns. Till a few years before the door stood open and everybody could join in. In front of the house, laying in the grasses, Wolfgang Müller listened once a Starling producing strange noises. He noticed, that in anyway he already knew these sounds from before. And he reminded passages of the Ursonate by Kurt Schwitters.
Starlings are masters of Copyart. A former grandfather or grandmother of this starling singing passages of the ursonate should have heared Kurt Schwitters in 1932 on the Island. Wolfgang Müller recorded the voice of the copyartist-starling singing Kurt Schwitters.” [W.M./R.W.]

Credits:
Datscha-Radio, miss.gunst und ihr inverses Kaninchen danken den folgenden (Radio-)KünstlerInenn, Klangsammerlnnen und Radiostationen: Sally Ann McIntyre, her Radio Cegeste and Radio One, Dunedin/New Zealand, für eine radio-ornithologische Exkursion zu den Radio-Vögeln; Wolfgang Müller und Radio Corax, Halle, für eine kundige Einführung in Leben und Weben kunstsinniger Stare; sowie dem Radio-Kunst-Netzwerk radia.fmk für die wie immer grossartige Partnerschaft.

[Bildchen: Feder, gelassen… VK cc-by-nc-sa]

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