Datscha Radio Logo

Große Hilfe erfuhr ich gestern für das Einsprechen der neuen Jingle:)
(Die Schrift im Bild, “Hua yuan dian tai“, bedeutet übrigens „Radio im Garten“.)

Mein Dank geht hier (v. r nach l.) an Yi-Chun Liu/Lily, Mabel Wang, Ming-Chun Cheng/Charlotte und Alice, die gemeinsam eingesprochen haben. Und selbstverständlich an Catherine Lee, Leiterin des Künstlerresidenzprogramms Treasure Hill Village, für ihre wundervolle Unterstützung. Catherine erklärte auch, dass „Datscha“ im Chinesischen ziemlich genau so klingt wie „Los geht’s“. Eine zusätzliche Aufnahme verschaffte uns der Manager für die Logistik, Yi-Wei Tsai, der “Datscha Radio Taipei” mit einem beeindruckendem Lacher einleitete…

Catherine Lee. It’ grape harvesting time in Taiwan now.

Tracks sind sehr bald online!

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Der Blumenmarkt Taipehs liegt im Schutze einer Überführung knapp 100 Meter von Daan Park. Es ist Sonntag, doch das Gedränge hält sich in Grenzen und wird mit Pfeilen am Boden in die entsprechende Laufrichtung dirigiert. Also erst rechts alles ablaufen, dann links. Hastiges Überwechseln führt zu ein wenig Konfusion, geht aber auch. Was es hier nicht alles gibt: Wasserdampfmaschinen, Düngemittel, Gartenwerkzeuge, Erden, Aquaristik-Bedarf, junge Hunde (in rosa Käfigen), Sämereien, Gefäße aller Art und natürlich Blumen und Pflanzen für Haus und Garten, vorwiegend letztere.

Das erste, was mir allerdings auffällt, ist die vergleichsweise Stille zum Londoner Blumenmarkt: Keine Ausrufer, kein Geschrei, nicht einmal bei den zahlreichen Sonderangeboten für Orchideen. Ich bin froh, dass ich keine Fachfrau für Orchideen bin, andernfalls hätte ich bestimmt vor Entzücken geweint. Exquisite Auswahlen an Frauenschuhen, Jungpflanzen spezieller Varietäten, kaskadenartige Blütenstängel in hellgelb und aubergine, finster gesprenkelte Schlünde, rätselhafte Wurzelstücke und immer wieder kleinere „Hausgebrauchs-Pflanzen“ ab 50 TWD, also ab 1, 60 Euro. Für ansehnliche Teile liegen die Preise zwischen 200 und 450 TWD und ich fühle mich sehr in Versuchung geführt.

Grob gesagt unterteilt sich das Angebot des Blumenmarktes in Orchideen, Sukkulenten, Farne und Epiphyten, Kamelien und Bonsai (die gehören zwar nun wirklich nicht zusammen, stehen aber oft beieinander), Pflanzen für den Kräuter- und Gemüsegarten und „Schau-Prachtstauden, darunter vor allem Astern, Aschenblumen und Flamingoblumen sowie Löwenmäuler. Eng umdrängt sind die Stände, die westliche Frühjahrsblumen anbieten: Hyazinthen und Zwiebeln von Osterglocken. Und diese sind dann auch vergleichsweise teuer.
Unübersehbar: Der Hang zu dekorativem Chichi, vor allem bei der Aquaristik…

Bei den Sämereien schaue ich nach asiatischen Blumen, aber da ist nichts. Vielleicht weil das alles hier auch so wächst? Das Sortiment – abgesehen von Gartengemüsen – ist nahezu das gleiche wie in westlichen Baumärkten, wennauch schmäler: Sonnenblumen, Cosmeen, Bartnelken, Herbstastern.

Gartengeräte sind ein Kapitel für sich. Zu meinem Erstaunen sind westliche Produktnamen ziemlich präsent. Viel interessanter sind aber die superstabilen Stahlharken, Gartenmesser und -schaufeln, die schwer in der Hand liegen und leider das Koffergewicht um einiges erhöhen würden.
Auch Tee wird verkauft: Zum einen aus silbernen Samowaren, zum anderen auch als Packung: Endlich!

Im Mittelteil der Halle sitzen ein paar junge Hunde (und Katzen) in Käfigen und tun mir Leid. Die Aufseherin versucht einen von ihnen an der Pfote für einen potentiellen Kunden hervorzuziehen und mir scheint, dass das Tier hier nur mehr ein lebendiges Objekt ist.
Überhaupt sind die Hunde, die hier ausgeführt werden, oft mit Frisuren und/oder Kleidung ausstaffiert. Hundefriseur scheint ein einträglicher Berufszweig zu sein. Keine Seltenheit ist es, Hunde in Kinderwägen zu transportieren, warum auch immer.


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Treasure Hill Artist Village im Zhongzheng Distrikt Taipehs liegt nahe am Fluss Fuhe, über dem ein Wirrwarr an fliederfarbenen Flyovers und Zufahrten die Lüfte kreuzt. Dahinter: grüne, in Wolkendunst gehüllte Berge. Auf dem Weg zum Ufer liegen die Gemüsegärten der Dorfbewohner: Etwa 19 Familien teilen sich das Viertel von Treasure Hill mit heimischen und auswärtigen KünstlerInnen.

Während die Einheimischen vorwiegend ihre Nutzgärten pflegen, ist die gesamte Anlage nicht weniger auch geprägt von „Picknickorten“, Wandelgängen und einer Vielzahl versteckter Mikrogärten. Was von den alten Fliesen geblieben ist, mit denen Plätze, Betonwände und Terrassen gekachelt sind, zeigt meist handgemalte Blumenmotive. Die Dächer begrünen sich von allein…, aber einige Dachgärten wurden doch mit Absicht angelegt. Mauern und Wände sind bewachsen mit Farnen, Winden, Moosen und kleinen Steinbrechgewächsen. Auch die Efeutute hat hier ihr Zuhause, ausufernd schlingt sie sich um Büsche und Bäume, Mauern und Zäune und wirkt eindeutig glücklicher als in der deutschen Treppenhaus-Tristesse.

In Töpfen entlang der Treppen stehen Zitronen- und Mandarinenbäume, Hortensien, Wandelröschen, Azaleen und Kamelien. Kohlweißlinge sind unterwegs, weshalb die meisten Kohlköpfe sorgsam unter Flies gehalten werden. Ein Teich, eine Seerose und viele Mücken auf einem Pfad, der bereits hinter das Dorf führt, in einen weitaus ungeordneteren Garten unterhalb der historischen Fassaden der Bunker. Dort finde ich auch ein Exemplar der indigoblau blühenden „Schmetterlingserbse“. Eine Pflanze, deren Name, Clitoria ternatea, quasi selbsterklärend wäre, wenn es sich hier nicht um eine gefüllte Variante handelte.

Eating the blossoms of this plant is said to increase intelligence and beauty…

Nun ein paar Treasure Hill Gartenansichten:

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Open Call Datscha Radio Taipei 2019

Field recordists & composers, morning larks and moles, sound spies and spellers: The Garden is Calling!

Datscha Radio Taipei calls out for local contributors and participants: Nomadic (Garden) Radio – A Quest in Six Movements. 20th Jan – 10th of March 2019.

Datscha Radio will relocate for six weeks to Taipei and is looking for local sound gardeners and radio artists to perform and/or create soundscapes, talks and radio shows on site. Datscha Radio takes ‚the garden’ as a matrix and metaphor for sharing, organic growth and the dissemination of knowledge.

Bring your plants and musical contemplations, come and visit at the top of Treasure Hill and support your local radio garden in Taipei!

Datscha Radio Taipei will broadcast once a week from a garden in Treasure Hill between the 20th of January and the 10th of March. Duration: 2-4 hours – depending on your responses …

What we are looking for

– garden/plant/environmental related compositions and songs
– local musicians and singers
– active gardeners, improvisers and researchers 

How can I participate?

Please send your suggestions, ideas and/or files to: opencall@datscharadio.de from 5th of January to the 10st of March.

You’ll find further information about the project on datscharadio.de. You’ll find there also the latest updates on Datscha Radios Taipei adventures and, of course, the current dates and times of  the envisaged broadcasts.

Formats

– Live presentation and/or talk
– Sound files (mp3 192)

Datscha Radio is a temporary radio station and a garden and radio art project by Gabi Schaffner, Berlin.  Datscha Radio Taipei is supported by the Treasure Hill Artist Village and the Goethe Institut Taipei.

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Liebe Radiofreunde- und freundinnen! Datscha Radio wünscht Euch Gesundheit und Glück,  Inspiration, entspannte Übertragungen und allgemein frohes Gelingen in allen Dingen im kommenden 2019.

Bereits zum 11 Januar wird die ‘Station’ nach Taiwan ziehen, wo Datscha Radio dann hoffentlich aus einem Garten im Treasure Hill Artist Village in Taipei senden wird. Weitere Infos werden folgen.

Bestimmt wird dies nicht die einzige Gartensendeaktion für 2019 bleiben.  Lasst Euch überraschen… neue Saaten und Zwiebeln sind bereits am Start:)

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(Übersetzung folgt) „Aspirin is very good“, Patrick says, „but take care you buy uncoated tablets only“, and he’s not talking about his head but about the roses of the ELP Municipal Rose Garden on 710 Aurora Drive. We stand in the blazing heat and are talking roses.

A rose garden always seems to be a formal matter and the El Paso rose garden makes no exception. Its surrounding walls are whitewashed, the paths and plots follow prescibed horticultural plans, and yet, the neighborhood seems rather unimpressed. A police car is the only vehicle on the gravel parking lot of the garden. Teenagers in yellow shirts jump up and down under the terracotta colored roof of a nearby school. In front and behind the walls, rows of Hespealoes (Red Yucca) show off their last blossoms on gracious stalks, with black seeds spilling out of elegantly shaped pods.

Patrick is about 70, wears checkered trousers and a  Catweasel-like beard. How come we started talking about the roses? He was working at a stretch of red shrub varieties.  We admired him and the roses, unfilled simple red blossoms on age-grey sun-battered strong stems: desert hardy roses. And as it turned out, desert hardy roses were a favorite theme of Patrick who starts at 7 in the morning and has been working for the past 11 years in this garden.

He leads us to a shed where the gardeners stash garlic and onions to fight off the white fly, baking power against soil pests and aspirin against black spot desease and yellow leaves.
“If your roses becomes weak and sick, a good spell of aspirin helps them recover their health again”, says Patrick.

 

Aspirin is good for roses

Texan desert rose information files…

Desert roses are bred on rose wood that is not the European Rosa Canina but the (still!) hardier and heat resistant desert rose Rosa Stellata. They are bred to withstand the enormous temperatures encountered in the regions of Texas, New Mexico and and and.
The El Paso bushes, – floribundas and tea hybrids – bear mostly simple open blossoms, many of them with a strong, quite varied scent. Some are like apple, others almost cinnamon, others like old scented wood. Patrick shows us a box with carefully ordered notes and leaflets addressing the special needs of desert roses. “Worst of all is the wind”, he says.

A multicolored specimen…

Purple Passion

Shoot from withered stem

Knock Out

He takes us back to his pruning work, a basket full of grey wood and wilted flowers stands next to him. Of course, he has the shears ready anytime, stashed in a leather sheath fixed to his belt. Next to the basket leans a very reliable looking pair of lobbers.

One of our questions seemingly puzzles him. “How about lavender?”, I had asked, to fight off the pests and give the roses company. “This has never been taken into consideration or planning… though, from now on I’ll think on it”, he says.

The sun has called its tribute already. The roses, hardly opened up, fold their leaves exhaustedly together, the rims of their petals at times even dried up before the whole flower has opened. Against one of the fences leans a tattered New Dawn, evidently unfit for this desert climate and close to fainting. Maybe this is a reason for the floribunda’s preference and also for the selection and breeding of smaller flowers. The resident tea hybrids of course still have prominent blossoms, but these are not always as much scented as one would suspect. Some have almost Dahlia-like spirally arranged petals, some variegated in while and red, or yellow and red.

 

 

 

 

 

 

Judy Garland

The Municipal rose garden has quite a bit of staff to care for its roses, next to Patrick there is another elderly gardener (sturdier but with no beard and rather in his 60is) and a young woman who sets herself to work just as we are leaving the garden. In our bags we carry a small catalogue on desert roses and the inevitable leaflet on how to fight common pests and pruning.
  

 

 

One last theme: Almost all roses in the Municipal Rose Garden are American bred, the greatest part of them during the 50s and 60s. Their names convey quite accurately the diptych of culture and patriotism while a third section refers to their brilliance of colours: “Judy Garland”, “Betty Boop”, “Freedom”, “Roosevelt”, “Veteran’s Honor”, “Fourth of July”, “Proud Land”, “Prairie Lass”, “Purple Passion” and of course, “Knock Out”… 

 
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Datscha Radio reist nach Taiwan! Es ist nun offiziell: Im Rahmen der Treasure Hill Artist Residency 2019 in Taipei wurde ich eingeladen vor Ort akustisch interaktiv zu forschen und zu arbeiten.
Auf dem Plan stehen Interviews und Field Recordings sowie Live-Radiostreams zu festgesetzten Zeiten. Und natürlich wird auch der Blog um Beiträge zur taiwanesichen Pflanzen- (und Garten)welt erweitert. Ich freue mich!

Ort: Treasure Hill Artist Village, Taipei
Zeit: 11. Januar – 11. März 2019

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(Übersetzung folgt) The only two times I photographed a desert prickly poppy (Argemone polyanthemos) was in 2003 and in 2018, and both happened on the occasion of a visit to the Chinati Foundation.

In a garden next to the studios (it was absolutely forbidden to take pics of the interiors and the library) a row of sunflowers lined a Judd-fashioned adobe wall. As the whole place is imprinted with this man’s concept of perfect proportion, it appeared to me that not even  the sunflowers could withstand his sense of zen-like order. Their silhouettes stood out in immaculate wilting… and reminded me somehow of a procession of Don Quixotes.

The open fields that frame the buildings and outdoor concrete sculptures stretch over an 340 acre areal bought by Judd  during his first visits to Marfa in the 70s. Inside and outside melt into each other on viewing his aluminum sculptures through the giant glass panes.


The ground is gravel and red earth, interspersed with pebbles and small rocks… and desert flowers.

Different kinds of prairie grasses grew there, e. g. so-called weeds like the Silverleaf Nightshade, that has much bigger blossoms than the European kind (Solanum nigrum). Its flowers appear in different hues of blue, from lilac and mauve to an almost clear blue).

The Prickly Poppy stays one of my favorites:

 

Also to be found are some handsome thistles, silvery dead aloe(heads), lots of  bronze-coloured dried up, unknown (to me) annuals, and in the background exhausted looking shrubs and desert willows meddling with the low hanging clouds.

 

And here are still some other (not yet specified) flowers that grew among the sculptures.

 

 

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