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Weltgärtnern

Berichte und Bilder aus verschiedenen Gärten der Welt

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Den Ginkgo kennt man – irgendwie. Goethe und überhaupt, ja, einer der ältesten Bäume der Weltgeschichte. Weniger bekannt ist, dass Ginkgo biloba ein zweihäusiger Baum ist, also in einer weiblichen und einer männlichen Form existiert. Und während der männliche Baum Stolz und Zierde vieler Parkanlagen und Gärten ist, fristet das Weibchen ein Dasein meist in den Randzonen dieser Anlagen.

Der Grund dafür sind die mirabellenähnlichen Früchte des weiblichen Ginkgo, die äußerst unangenehm riechen und – steht so ein Baum allzu publik – Schreck und Entsetzen unter den Passanten und Anwohnern verbreiten.

Auch im Botanischen Garten in Gießen ist es so. Der männliche Baum steht prominent im Zentrum, sein weibliches Gegenstück steht: Wo eigentlich?

Am 13. Juni begebe ich mich mit der ehrenamtlichen Aufsicht des Gartens, Frau Rögener, auf die Suche nach dem weiblichen Ginkgo. Sie gesteht, dass sie eigentlich auch nicht weiß, wo “sie” steht: “Da hinten irgendwo… aber so genau hat noch nie jemand danach gefragt.” Wir folgen dem Pfad, der in Richtung Blindengarten führt, machen Abstecher ins Hinterland der Büsche, an Waldglockenblumen in Blau und Weiß und einer Waldlilie (Lilium martagon) vorbei. Wir finden nichts und so wird Horst hinzugezogen. Der sitzt gemächlich auf einer Bank und lässt sich seinen Leibesumfang bescheinen. Horst arbeitet seit seit seiner Verrentung vor über 15 Jahren ehrenamtlich als Aufsicht im botanischen Garten. Er steuert zielsicher auf den Baum zu, der tatsächlich am Rand des Blindengartens am Wegrand steht.

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(An dieser Stelle sollte ein Foto der Karte des Botanischen Gartens mit eingezeichnetem Standort des Baums kommen. Irrtümlich von der Forscherin gelöscht, wird es nachgetragen)

Mit Ausnahme der Blüten und Früchte sieht “sie” eigentlich genauso aus wie “er”. Trickreich ist, dass die Ginkgos eine sehr lange Zeit zur Geschlechtsreife brauchen. Bis zu 30 oder sogar 40 Jahre können verstreichen, bis sich dieses Geheimnis offenbart. Andere Namen des Ginkgo sind der “Fächerblattbaum” oder, immerhin recht schmeichelhaft, die “Silberaprikose”. Ich frage die beiden, ob sie jemals den Geruch erlebt hätten. Horst bejaht, will sich aber nicht genauer ausdrücken. Der Baum sei eine “sehr schlecht riechende Dame”. Auch Herr Laake, der technische Leiter des Botanischen Gartens, der  bereits im April auf die Existenz des weiblichen Ginkgobaums im Garten verwies, blieb lieber im Vagen. Austretende Buttersäure im Prozess des Reifens, und, noch schlimmer, im Prozess des Faulens (etwa auch, wenn Leute auf die Früchte treten), sei für den Geruch, der “wirklich unerträglich” sei, verantwortlich.

Antworten auf die Frage nach dem wahren Gestank lassen sich im Internet finden, doch da sie nicht direkt von Gießener Informanten stammen, behält sich die botanisch interessierte Ethnografin vor, im Herbst noch einmal nachzuriechen.

 

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8:15 Schlafmangel. Mails. Uploads, Sichtungen Material. Fotobearbeitung. Check Farben/Belichtung, Scharfzeichnen, Sichern, Version fürs Web.

13:00 Aufbruch zum Bahnhof. Besuch im Heimatdorf Fechenheim/Frankfurt steht an. Und: Gartenexkursion Enkheimer Straße im Stadtteil Bornheim

14:25 Wegbeschreibung_SMS  für den Garten:

„Eulenweg hoch, dann die Enkheimer Str.. Letzter Garten links vor der Autobahnbrücke.“

19:20 Orientierung über die Karte auf dem Smartphone. Fachwerkhäuser in Alt-Bornheim. Links schwere Tasche, rechts schwere Tasche (Getränke und Grillgut). Dann die Enkheimer Straße. Falsches Schuhwerk. Häuser und Vorgärten weichen einem Schrebergelände. Jogger, Radfahrer, keine Fußgänger. In der Luft liegt das stete Brausen und Rumpeln der Autobahn, deren Trasse den Horizont auf halber Höhe schneidet. Im Himmel darüber kreuzen Flugzeuge, von fern eine Ringeltaube. Ich laufe nun barfuß.

Die Gartentore links sind überhangen von Brombeerbüschen, dahinter sieht es schattig aus und still. Rechts eine 2m hohe Hecke, hinter der ein Bananenhain liegt… Was sonst sollte man eigentlich in einer mittelhessischen Gartenkolonie erwarten. Foto.

19:35 Niemand und nichts in Sicht. Ratlose Telefonate. Welches ist der richtige Garten?

19:45 Treffe die Gärtnerin, Problem gelöst. Von der kiesigen Brache unter den mit Graffiti verzierten Brückenpfeilers führt links ein weiterer Weg ab. Und dort ist es dann. Ein Schattengarten. Funkien, Fingerhut. Mehr Gäste kommen, Grill, Wein.

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22:00 Aufbruch Richtung Gießen. Der Mond steht diesig im Osten. Der Zug ist voll.

23:34 Gießen im Fussballfieber. Kneipe am Eck hat Leinwand aufgebaut. Ich hole mir ein Bier und schaue die letzten 20 min. Brasilien-Kroatien. Jungvolk. Neben mir ein älterer Herr mit schwarzer Hautfarbe, der das Spiel ernsthaft verfolgt. Nach dem Abpfiff allgemeiner Aufbruch.

0:00 letztes Posting auf dem Blog.

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Wetter: Sonnig, feuchtwarm. 28 Grad.

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8:35 Zustand: Erschöpft, wenig Schlaf. Langsam im Denken. Kaffee

10:00 Bearbeitungen der Soundfiles, Mails, Uploads. Kabel fehlt für iphone, alle Bilder müssen via Mail geschickt werden. Sortieren von Fotos. Plan für Nachmittag: Einkaufen, Exkursion zum Südsee.

17:30 Ankunft Südsee. Billigste Charts abgespielt von Party in der Nähe des Campingplatzes. Himmel hat sich zugezogen, weißes Blei. Es riecht nach: Holunder, Heu, mit einer Note Bratwurst. Die Vegetation ist üppig: Wilde Karden, Heckenrosen, Angelika, Nesseln und Gräser. Botanischer Rundgang.

Bei dem Gebiet handelt sich um eine typische mittelhessische Auenlandschaft. Die Seen sind z.T. ehemalige Kiesgruben, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Lahn und stellen nur eines der Naherholungsgebiete im Raum Gießen und Wetzlar dar. Ein Bachlauf, der Kleebach, fließt versteckt unter Weiden.

Punkte markieren botanische Exkursion.
Punkte markieren botanische Exkursion.

Rückkehr gegen 21 Uhr. Abendessen. Fotobearbeitung. Bestimmung und Katalogisierung der Pflanzen auf nächsten Tag verschoben. Uploads.

Ansichten des Habitats sowie typischer Bäume und Buscharten:

Vorläufige Ansichten typischer Pflanzen dieses Gebiets:

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