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Aktuelles und Neuigkeiten

Der Himmel war noch hell, als wir mit dem “Nachtgärtnern” begannen. Während wir aufbauten, schien die Sonne auf das Geländer der Veranda, wo ein kleiner Herd aufgestellt war, daneben Flaschen mit Wein und Marien- und Maikäfer aus Schokolade. Leonie Roessler war den langen Weg von Den Haag gekommen und hatte ihren Sampler und Rechner mitgebracht. Wir unterhielten uns…. und dann, exakt um 20:32 Uhr zu Sonnenuntergang und mit der Abenddämmerung, die sich aus den dunkleren Ecken des Gartens hinaus auf den Rasen wagte, kam der Moment, um on Air zu gehen.

Leonie Roessler setting up

Unser Eröffnungsstück war ein dreistimmiges Madrigal aus dem 16. Jahrhundert des Komponisten Thomas Weelkes, gesungen vom Berliner Chor “Singlust” und mit dem passenden Titel “The Nightingale”. Geschrieben für Sopran, Alt und Bariton, entschwebten die Melodiestränge in die Abendluft zusammen mit dem Duft des blühenden Flieders über den Gartenzaun und darüber hinaus in die benachbarten Kleingärten der “Kolonie Britzer Wiesen”. Denn diesmal finden die Iterationen von Datscha Radios “Nachtgärtnerns” jeweils in einem anderen Berliner Garten statt… und Kate Donovans “Datscha” war für seine Nachtigallenpopulation bekannt.

…with the sun still shining.

Von da ab entspannen sich neun Stunden nächtlicher Radiokunst. Während und zwischen den Auftritten tranken wir Champagner (zur Feier des kürzlich gewonnenen Preises für das Projekt) und heißen Tee und besprachen, was wir über diesen berühmten Vogel wussten, beginnend mit einer Einführung von Kate über die erste Nachtigallen-und-Musikaufnahme, die damals in London gemacht wurde und bei der Beatrice Harrison das Cello spielte.

Leonies Beitrag war eine Klanglandschaft, die sie exklusiv für diesen Abend komponiert hatte. “Copper and Song” basierte auf ihrem Besuch in Isfahan im Iran, wo sie den Basar der Kupferschmiede besuchte und dabei feststellte, dass fast jeder von ihnen einen Käfig mit einer Nachtigall besaß, die das Hämmern mit ihrem Gesang begleitete. In unserem späteren Gespräch bezweifelten wir allerdings, dass es für die Vögel ein Vergnügen wäre, mit so viel Lärm zu leben, und wir dachten über den zufälligen Inhalt von Feldaufnahmen nach, die oft einem ursprünglich ganz anderen Zweck hätten dienen sollten.

Artists and Guests

Währenddessen besuchten uns neugierige Gartennachbarn, Kasia Justka und Peggy Sylopp tauchten als Überraschungsgäste auf, Rosanna Lovell betrat den Garten mit ihrem Laptop und einer Klarinette, und Walter Schulze erschien mit zwei sehr beeindruckenden Koffern, die kurz darauf ihren bedeutsam blinkenden Inhalt enthüllten.

JD Zazie and Mat Pogo

JD Zazie und Mat Pogo materialisierten sich aus der Dunkelheit und begannen, ihre Ausrüstung aufzustellen. Der ursprüngliche Zeitplan hatte Niki Matita und Walter Schulze zu dieser Stunde vorgesehen, doch Schulzes Synth und Niki Matitas Performance-Lesung erforderten nun mal Vorbereitungszeit. “Domestic Nightingale” von JD Zazie und Mat Pogo basierte auf Samples von Nachtigallen, die modifiziert, remixed, beschleunigt und verzögert wurden. Muster erschienen und verschwanden wie Wirbel in einem schnell fließenden Bach: Ein sehr schönes Konzert!

In it a nightingale is hiding.

Secret-en-plein-aire von Walter Schulze und Niki Matita erwies sich als zweiteilige Performance. Schulzes Synthesizer blinkten in allen Farben des Spektrums, während sie eine Reihe von Berliner Nachtigall-Feldaufnahmen in ihrem Inneren bearbeiteten. Soweit ich es (auf Nachfrage bei Niki) verstanden habe, benutzte Schulze das Signal der Hüllkurven, um die Töne zu modulieren…. und die Maschine zwitscherte und sang, live kommentiert von Niki, die gelegentlich mit an den Knöpfen drehte. Für ihren Text “Die Nachtigall vs. der Nachtigall” hatte sie ein eigenes Klangnest vorbereitet, darunter eine Sopran-Nachtigallinterpretation aus den 30er Jahren.

Lukatoyboy’s 7″ bird vinyl collection

Lukatoyboy kam auf spontane Einladung von Frau Matita, nachdem sie sich ein paar Tage zuvor auf der Straße getroffen hatten, und brachte einen tragbaren Plattenspieler und zwei Walkie-Talkies mit. Als echter Überraschungsgast war er null überrascht vom Thema der Nacht und extrahierte mindestens ein Dutzend 7-Zoll Vogelstimmenvinyls aus seinen Taschen. Seine Performance war ausgesprochen vielseitig: Die Platten wurden zerkratzt und gespielt, während ein kleines Diktiergerät als Loop-Maschine diente. Es entstanden solche abenteuerlichen Sequenzen – Vogelgesang und eingestreute Stimmen von Naturforschern und Vogelbeobachtern. Danach übernahm Niki Matita die Rolle einer Expeditionsleiterin auf dem Walkie-Talkie und führte Luka (anderes Walkie-Talkie) und JD Zazie (Mikrofon an langem Kabel) hinaus in den Garten und darüber hinaus, um den Geräuschen der nächtlichen Gartenkolonie nachzugehen.

Rosanna Lovell

Während die Temperaturen allmählich auf 12 Grad absanken (gefühlte 8 Grad), zogen wir und die Künstler*innen Schicht für Schicht warme Kleidung über: Strumpfhosen, Pullover, Westen, Hüte und Kapuzenpullover (mit roten Ohren). Radio-Adrenalin hielt uns in Schwung. Rosanna Lovell war die letzte Live-Künstlerin, und sie brachte eine exquisit recherchierte Auswahl von Oliver Messians Kompositionen mit, die er aus Vogelstimmen abgeleitet hatte. “Vogelgesang und Notation” wurde gefolgt von Rosannas Klarinetteninterpretation einer Nachtigallen-Partitur, die ich 2014 für Datscha Radio konzipiert hatte (Das Instrument musste erst aufwärmt werden, indem sie es unter ihrer Jacke versteckte wurde, bevor es gespielt werden konnte.).
Nachdem wir bereits so vielen verschiedenen, feldaufnahmenbasierten und teils elektronisch verarbeiteten nachtigallischen Gesangsstücken gelauscht hatten, fanden wir es immer noch erstaunlich, wie sehr die “Essenz” der melodischen Triller, Pausen und Pfiffe dieses Vogels in den verschiedenen Interpretationen erhalten blieb.

Leonie and JD Zazie

Mitternacht vorbei wandten wir uns Gesprächsthemen und Kompositionen zu, die Kate und ich im Vorderfeld gesammelt hatten: Das Interview mit dem Künstler David Rothenberg wurde von zweien seiner Werke eingerahmt, die er für seine Arbeit “Nightingales in Berlin” in verschiedenen Parks eingespielt hatte, gefolgt von einer Komposition von Felicity Mangan, die ihn auch während einer seiner nächsten Präsentationen begleiten würde (16. Mai in der Zabriskie Buchhandlung in Berlin). Udo Noll hatte eine “eklektische Mischung” von Nachtigall-Feldaufnahmen aus seinem aporee.org-Archiv beigesteuert, die Teil einer umfangreichen Hörsitzung zu weiteren Feldaufnahmen waren – eine davon von einem in Charlottenburg an Schlafmangel verzweifelnden Künstler aufgenommen.

Herr Schulze and Lukatoyboy

Die frühen Morgenstunden waren da. Ein leichter Regen fiel und draußen in einem Blumentopf ruhte ein Mikrofon unter einem Regenschirm, um die Umgebungsgeräusche der Britzer Wiesen aufzunehmen. Entfernte Vogelstimmen mischten sich mit dem Geräusch von noch weiter entferntem Verkehr und mysteriös murmelnden Geräuschen und begleitet von dem prasselnden Echo der Regentropfen auf der gespannten Haut des Schirms. Der Garten war ruhig, die Künstler fort, unsere Pressedame Helen hatte sich auf ein Bett im Inneren zurückgezogen. Zeit zum Geschichten erzählen und Gedichte lesen…. und für eine weitere Einspielung des Nachtigallenchors und Überlegungen zur Vogelmusik. Wer noch wach war, konnte danach Keats’ “Ode an eine Nachtigall” (zweisprachig), der grausigen Geschichte von Ovid’s Philomela oder dem Märchen “Die Rose und die Nachtigall” von Oscar Wilde lauschen, um nur einige zu nennen.

Umbrella at 4:30 with microphone

Gegen 4:30 Uhr begann der Garten wieder aufzuwachen: Das Lied der Nachtigallen vermischte sich mit den Guten-Morgen-Rufen eines Krähenschwarms und dem Gurren der Holztauben und das Grau der Wolken wurde heller. Um 5 Uhr bemerkten wir, dass unsere Stimmen und Gedanken ziemlich langsam geworden waren. Gute Idee, hier auf einen von Niki Matitas Luciana-Mixen zurückzugreifen, von denen sie mehrere vorbereitet hatte. Jazzige Melodien, Vogeltangos und klassische Interpretationen zur Nachtigall waren viertelstundenweise portioniert worden, um das Thema in populärer (und weniger populärer) Musik zu präsentieren.

5:27: Wir hatten es fast geschafft! Knapp blieb die Zeit für eine kurze Vorschau auf Datscha Radios zweites Event von “Night Gardening” über die “Düfte der Nacht” und für den letzten Mitschnitt von Thomas Weelkes erstaunlichem Nachtigallen-Madrigal, gesungen vom “Singlust”-Chor unter der Leitung von Andrea Eckhardt. Ein Knistern und Knacks: Die “Nacht der Nachtigallen” war vorüber!

Kate Donovan happily enjoying her coffee the morning after

Genau in diesem Moment landete eine Nachtigall auf dem Busch neben der Veranda und begann mit aller Macht zu trällern…. und wir lauschten weiter…

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Liebe Alle, für heute haben wir fertig gegärtnert… und ruhen uns ein wenig aus. Neun Stunden währte diese Nacht, angefüllt mit Nachtigallgesang, leisem Regen, Geplauder, Speis und Trank und einem wirklich überwältigendem Line-up an KünstlerInnen und Künstlern! Es war toll – und ja, es wird die Aufnahmen bald online geben und auch eine Bildergalerie. Datscha Radio bedankt sich aufs Schönste bei:

Andrea Eckhardt und dem Chor Singlust, Leonie Roessler, Rosanna Lovell, Walter Schulze, JD Zazie und Mat Pogo, David Rothenberg, Felicity Mangan, Katt Hernandez, Udo Noll und Lukatoyboy.

P. S.: Der Vogel auf dem Bild ist eine echte Britzer-Wiesen Nachtigall und verabschiedete sich laut tönend von uns, als wir unser Gepäck zurück in die Straßen der Stadt trugen.
Mehr in Kürze :)

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Datscha Radio wird 2019 mit dem Preis der künstlerischen Projekträume und -initiativen geehrt und gehört damit zu den 20 Berliner Akteuren, die in diesem Jahr für ihre Arbeit vom Staatssekretär für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, ausgezeichnet werden. Die Ausgezeichneten wurden von einer unabhängigen Jury nominiert. Der Preis ist mit 37.000 Euro dotiert und wird am 13. September 2019 im Rahmen der Berlin Art Week verliehen.

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April 2019 Nachtgärtnern I Die Nacht der Nachtigallen
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Nachtgärtnern I mit Nachtigall

Warum sollten wir die Zeit einteilen, wenn sie doch fließt von Tag zu Tag und Nacht zu Nacht?
Wir senden die ganze Nacht aus dem Fluss der Zeit und aus lauen Lüften (Turbulenzen nicht ausgeschlossen) Musik und Gespräche, Geschichten und Konzerte zur “Nacht der Nachtigallen”.

  • – 20.32 16th Century Chor: The Nightingale aus: “Phantasticke Spirits for Three Voices” von Thomas Weelkes
  • Einleitung zum Abend DE, EN
  • Matt Hatters Garden: radiophone Gedichtcollage über Nachtigallen
  • Rundgang im Garten |Introduction of location DE, EN | Niki Matita’s Luscinia-Mix I
  • ca. 21 Uhr: Leonie Roessler: Copper and Song – Elektronische Echtzeitmusik – komponiert mit Feldaufnahmen aus Isfahan, aufgenommen während des Limited Access Festival 6 im Februar 2016. Mit einem Gespräch über persische Nachtigallen. DE
  • Secret-plein-aire (Niki Matita & Walter Schulze): live impro w/ synths
  • – ca. 23:00 JD Zazie, Mat Pogo: “Domestic Nightingale”. Live
  • Vogelgesang und Notation:Rosanna Lovell spielt Nachtigallen-Partituren
  • 00.00 Mitternachtsnachtigallen: Die Chorprobe
  • Katt Hernandez: “Amid the Alien Corn”
  • – Niki Matita’s Luscinia-Mix II
  • ca. 1:00  raw audio: “Night Inhale” Ein Nachtigallen-Radar-Stück
  • ca. 1:30  David Rothenberg im Gespräch über seine Publikation “Nightingale Cities” EN
  • Felicity Mangan: “stereo’frog’ic”
  • – Nachtigallen Vergleiche: Charlottenburg Rosenthal, Prenzlauer Berg und ein “eklektischer Mix” von Udo Noll. Imaginatives Fachsimpeln – Vogeldialekte
  • ca. 3.00 Kate Donovan, Gabi Schaffner, Nico Petidan: Slow Storytelling: Ode to a Nightingale et al. DE,EN
  • 05.00 Coffee Time? The Nightingale by Thomas Weelkes: Phone Version
  • – 05.33 The sun rises (end)

Die Nacht ist, bei weitem mehr als der Tag, eine Sphäre der Übertragung. Düfte und Gerüche werden stärker wahrgenommen, das Ohr ist geschärft, die Übermacht des Visuellen tritt zurück.

Seit seinem Bestehen hat sich Datscha Radio mit besonderer Aufmerksamkeit der Nacht angenommen. Wir sendeten Stücke ausgewählter Komponist*innen und Klangkünstler*innen oder führten in den “Surprises de Minuit” Interviews, die im Trubel der Tage so nie zustande gekommen wären. In der dreiteiligen Eventserie NACHTGÄRTNERN wird Datscha Radio den Lebensraum der Nacht synästhetisch und radiophonisch erfüllen.

Sendeorte sind drei verschiedene Gärten in Berlin, in denen wir  Radio machen werden. Gesendet wird live und jeweils exakt von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Je nach Sendedatum wird die Sendezeit um ein bis zwei Stunden variieren

I Die Nacht der Nachtigallen / Night of the Nightingales

Datscha Radio erforscht das Wesen der Nacht am ersten Abend mit dem Schwerpunkt Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Sendestart ist der Sonnenuntergang am 30. April 2019 um 20.32. Solange die Nacht andauert werden wir on air sein, bis um 5:33 am 1. Mai 2019 die Sonne wieder aufgeht.

Wer mit uns wach bleiben will sollte Colaboradio hören (in Berlin auf UKW 88,4 MHz, in Potsdam auf 90,7 MHz).
Weitere Informationen zu gegebener Zeit.

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The generation of waste is the most distinctive trait of human civilisation, and it is increasingly threatening the environment we depend on. Datscha Radio’s final broadcast presented once more a wide spectrum of artists and participants, of tales and talks, of sonic transmissions and subterranean secrets.

The studio had to move that day

Starting with Taiwan’s probably best known tune, “For Elise” by Beethoven, that is being used as the “trash car anthem” we pondered over the benefits of Taiwan’s municipal garbage collecting system. Because, unlike in Europe, there are no bins in the backyards and there are only very few public waste bins to be found in the streets. Instead, on 5 out of 7 days a week, trash cars roam the streets under the wail of this popular tune and signalling by this that it is time to take the trash out _ already sorted into paper, plastic, food leftovers and other.

Margaret Shiu has a lot of experience to share… (photo: THAV)

Among other things, it was also pointed out by Margaret Shiu (Bamboo Curtain Studio) how this mode of trash collection exerts a considerable influence onto neighbourly relations: “It is also a time to meet your neighbour, a chance to address personal affairs, to get to know the rhythms of your environment”.

JK Wang had prepared himself well (photo: THAV)

Yet, all well meant efforts are doomed to failure if the sorting of plastic waste becomes just to complicated for the citizens. J.K. Wang with his background in engineering, explained about various kinds of plastic and the current problems of re- and down-cycling. Is plastic really so inevitable that we have to content with its (re)use as a resource? How much hygiene do we really need when it comes to the packing of vegetable and fruits?

A new studio background: Orchids and marmots © THAV

The weather, by the way, on that day was quite horrible. It had rained for three days in a row, and because more participants than usual were expected, the Datscha Radio moved to the “Cross Gallery”. So we sat under a polyethylene roof, our feet in puddles, our jackets for most part zipped up unto our chins. True radio gardeners!

Mark van Tongeren is a sound artist and vocalist

Would you know, for example, that the Romans worshiped not only a Goddess of Waste called “Caca” but also a Goddess of the Sewers that went by the name of Cloacea? “CloaceaGardenMix” was the name of a compilation of sewer recordings made by Serge Onnen and introduced by Mark van Tongeren, and Mark’s spontaneous improvisation of an imaginative prayer song for Cloacea was a definitive highlight of this show!

Scheduled for the show were also four selected pieces submitted by the open call, yet, as the discussion among the guests was very lively, only one found its way into transmission: Chelidon Frame’s “Left Blank” which is based on (processed) recordings of empty bottles.

Yannick Dauby under the Banyan Tree

A couple of days earlier I had the occasion to make an interview with the French nature recordist Yannick Dauby. “When you bend down 200 times a day you start thinking differently about waste” was a 24 min excerpt of that talk.

With  Datscha Radio’s focus on sound art two other waste-related  topics arose. One concerned possible parallels between noise and/or audio waste and practices of collecting, recycling and/or discarding. The other dealt with the issue of noise pollution.

Mark and Margaret (and the handbag) © THAV

“Sonic Garbage Collection” was one of the pieces specifically made for this broadcast, a prerecorded improvisation by the anthropologist Gabriele de Seta and Lu Yi, the assisting artist to Fuyui Wang of Soundwatch. This was followed by a short presentation of two works by Fujui, one of them a most filigrane recording of a signal loop inside a light bulb (“Sound Bulb”). Since the artist wasn’t present at that time, Wu Tsancheng (featured in DRT’s #2 broadcast) and Mark’s musician friend Lee Szu Tung, introduced this pioneer of Asian electronic music in their own words.

Fujui Wang and Lu Yi

Fujui Wang, who is the Head of the Trans-Sonic Lab for Art and Techology Center of the  Taipei National University of the Arts, joined us about an hour later, together with Lu Yi and we were able to catch up on the planned interview.

Tsancheng and Hauyu in conversation

Meanwhile, the sun had set… and it was time for two longer pieces that would allow us to stretch our legs, have some drinks and chat. “The Dog That Licked Up A Star” by myself was a composition based on short wave snippets and field recordings made in the province of Hengchun. It came with my classic “Handbag Performance”. (Later on I was told by Lu Yi, that performers in Taiwan do never present their work in such a casual way. Rather they are expected to take on a “harsh” and dominant posture… )

Taipei lady trash…

The final piece played had been conceived of  by the composer, DJ and musician Ken Yu from Yilan. Hauyu Yang had made a short interview with him and afterwards we listened attentively to “Sea Waste 7.0”, a 17 min track based on the feeling of shock and disgust that the artist struck when he recently found himself walking among the plastic debris of the Yilan shore. 

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Vorschau Samstag, 23. Februar

(Übersetzung folgt) In episode #4, Datscha Radio Taipei will focus on aspects of environment and species and the arts. A two-part modest introduction (or side text) will accompany this show. As a definitve highlight I am honored to welcome the Erhu instrumentalist HUANG Chen-Chi in the studio. Since she can only stay until 4:20 pm, I advise you to listen from the beginning as she has prepared a very special program for Datscha Radio.

HUANG Chen-Chi is currently the Principle second Erhu of the Taipei Chinese Orchestra

Within the frame of her music you will also be able to listen to an excerpt from my conversation with Margaret Shiu from the Bamboo Curtain Studio, “The Plum Tree Tea Talk”. What is the role of the arts in communicating new perspectives on the environment? How can we include all members of the community? What actions are currently taken by the city council to foster a new kind of awareness?

Another special treat will be a presentation of the work of Japanese composer Tomoko Momiyama. Most of her pieces deal with communication between species and un-animate surroundings.

I am also very happy and proud to be able to include the radio art piece “The Culture of Disappearance” by the American artist Jacki Apple in this upcoming broadcast. This composition was conceived of in 1991 and was then still recorded on tape.

The broadcast will approach its end with an extensive interview with the Philippine composer Christine Muyco.  We talk about invasive species and further environmental perspectives in the Philippines, framed by selected compositions by her. Last but not least, and having already heard quite a bit about frogs, I am delighted to close this show with a selection of Yannick Dauby’s “Songs of the Frogs in Taiwan”. Yannick is presently traveling, but, with a bit of good fortune, he’ll be also present at Datscha Radio’s last show.

Live Concert: Huang, Chen-Chi
Programm:

  1. Dance of the Amis Tribe (阿美族舞曲)-using elements of folksong music
  2. Singing of Birds Resounds in the Valley (空山鳥語)-Using glissando, which is the crucial skill that makes Erhu sounds special, to make imitation of language or sound effects.
  3. Horse Racing (賽馬)-If you have never played or heard this piece, never say you have learned Erhu.


Interview and Talks (Pre-recorded): Christine Muyco, Margaret Shiu, et al
Radio Art Special: “Culture of Disappearance” by Jacki Apple
Selected Compositions: Christine Muyco, Tomoko Momiyama

About the Artists

Huang Chen-Chi:Currently the Principle second Erhu of the Taipei Chinese Orchestra, Huang is an experienced, highly talented young Erhu player who has appeared as soloist with the Orchestra for many times. Her performance is exquisite, shows creativity and freshness and the tone sounds warm and solid.

Her other notable solo appearances include The Sound of Memory (日常尋聲) at the Taipei ZhongShan Hall (2017), Set off at Dawn(天一亮就出發) at the National Concert Hall in Taipei (2013) and Music and Sound(樂兮 鳴兮) at the National Taiwan Normal University (2009).

Huang graduated from the Graduate Institute of Ethnomusicology, National Taiwan Normal University, focusing on performing art and preservation of traditional music of Taiwan. Apart from performing with the Taipei Chinese Orchestra, she is also a lecture in Erhu at the Chinese Culture University and Nanhua University.

The Erhu is a traditional Asian two-stringed instrument that came to China more than one thousand years ago. The Erhu is also a very versatile instrument, being used in both traditional and contemporary music arrangements.

Maria Christine Muyco is Associate Professor 5 of the Composition and Theory Department, College of Music, University of the Philippines. Composed for voice, European instruments like cello  and piano, but also for electronic music, percussion, musical saw. Has been taking part in Festivals and conferences all over the Globe.

Tomoko Momiyama works internationally as a music composer, dramaturg, and producer of multi-disciplinary art events, installations, and performances. She graduated from Stanford University in the U.S. with B.A. in Music and Human Biology and further studied composition at the Royal Conservatory of the Netherlands in The Hague under the Japanese Government Overseas Study Programme for Artists. Tomoko’s works, many of which are community-based and site-specific, have been performed throughout Japan, as well as in different parts of Asia, Europe, North and Central Americas, and Africa.

Margaret Shiu is the founder and artistic director of the Bamboo Curtain Studio. The aim of this artist residency (and garden) lies in facilitating international artist contacts, provide a space for experimental and environment-orientated installations and to foster an ecologic understanding that leads us to a sustainable way of living and creating art. She’ll be our live guest on the 10 of March, but for now, you have to content with a recording.

Jacki Apple is an American artist, writer, composer, producer and educator based in New York City. She has worked in various disciplines such as performance art and installation art. As well as art making, Apple is also a prolific writer, penning over 200 reviews and critical essays on topics such as performance art, media arts, installation art and dance. The Culture of Disappearance series (1991) deals with biological as well as cultural extinction.

The Culture of Disappearance (1991)
A radio “opera” about extinction, and the conditions of loss and denial endemic to industrial and post-industrial society. It is a dirge for the exterminated species of the nineteenth and twentieth centuries, a grieving. It raises questions about the terms of human survival in a social order that defines us as “separate,” and reveals how those values are manifested in our socio-economic and political relations — i.e., conquest vs. cohabitation, consumption without regeneration. We eradicate cultural memory just as we eliminate species. The sung “mass” of names of the dead from insects to languages is sometimes obliterated by the relentless pounding of machinery. Embedded in the litany are anecdotes of annihilation.

Source: http://www.somewhere.org/

Yannick Dauby explores the soundscapes of Taiwan through field recording, audio documentaries and community projects. Composing electroacoustic music (aka “musique concrète”) and performing improvised music with found objects, analogue devices and digital processing. Creating soundtracks and sound environments for contemporary dance, public art and films. Involved in activities about ecology and local traditional cultures.

http://www.kalerne.net/yannickdauby/field-recordings/

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Forecast Friday, 15th of February 3pm Taiwan time

On this third broadcast Datscha Radio Taipei will focus on aspects and correlations between the practices of experimental ethnography and listening culture. Studio guests will be the ethnographer and musician Gabriele de Seta, the Philippine composer Christine Muyco, and Taipei experimental sound art artist Yu Li (the Sound Watch project)

How is our sound world imprinted by culture? Are there different concepts of nature, noise and silence? How does research look like in the field of sound ethnography? Our broadcast “The Ethnographic Ear” will take up these topics; we’ll play an “Imagination Game” and also introduce the works of selected artists who submitted to Datscha Radios Open Call, spiced up with some traditional Fulao folk songs from Taiwan Island. The broadcast will close with two longer works opposing the spheres of public and private / noise and silence. Times given below are tentative!

15:00 – 15:45
Gabriele de Seta and guests: Introduction of work. Discussion and selected recordings

15:45 – 16:15
Introduction Open Call Works and work Christine Muyco: Funeral songs from Togo/Africa by Uli Wiegand, radiophonic composition “Trajectories” by Peter Bernard. Composition by Christine Muyco

16:15 – 16: 30 Imagination Game. With all studio guests.
16:30 – 16:45: Time for surprise studio guests. Sound Watch acoustic presentation
16:45 – 17:00: Last piece by Gabriele de Seta, closing questions.

17:00 – 17:30: Resounding Bangalore. A sound expedition, by raw audio

17:30 – 18:00 The Tree Rain Stops Moments, by Chelidon Frame

  • Date: Fri. 15th FebruaryTime: 3 pm Taiwan (8 am CET)Location: Terrace of Artist Studio 4-4, Treasure Hill Artist Village, Taipei
  • Time: 3 pm Taiwan (8 am CET)
  • Location: Terrace of Artist Studio 4-4, Treasure Hill Artist Village, Taipei

Gabriele de Seta is a media anthropologist currently based in Taipei, Taiwan. His research work, grounded on ethnographic engagement across multiple sites, focuses on digital media practices and vernacular creativity in East Asian societies. He is also interested in experimental music scenes, internet art, and collaborative intersections between anthropology and art practice. More information is available on his website http://paranom.asia

Maria Christine Muyco is Associate Professor 5 of the Composition and Theory Department, College of Music, University of the Philippines. Composed for voice, European instruments like cello  and piano, but also for electronic music, percussion, musical saw. Has been taking part in Festivals and conferences all over the Globe. Hungary, Brussels, Vietnam, Israel, Japan…

Website: https://music.upd.edu.ph/MARIA_CHRISTINE_MUYCO.html



Additional studio guests will be (prospectively) the Philippine composer the experimental musician Yu Li from the collective Soundwatch. Yu Li will introduce some of the DIY electronic sound gadgets, giving us a foretaste of what we can expect on Datscha Radio’s final broadcast on 10th of March.

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