Datscha Radio Logo
Archive
Nachtgärtnern

Nachtgärtnern I-III

Was ist ein Ritual, und was ist eine Zeremonie? Hat der Garten seine eigenen geheimen Rituale, die unbemerkt bleiben und über menschliche Sinneswahrnehmung hinausgehen? Und was ist mit den Energien, die ständig für die Arbeit und das Spielen verbraucht werden: Werden wir ihnen jemals unseren Dank aussprechen?

14 hours of radio on cue

Datscha Radios dritte Episode von Nachtgärtnern begann mit einem Wiegenlied der Künstlerin Ela Spalding. Anstatt zu singen oder Worte zu benutzen, sind Ela’s Schlaflieder verhalten gesummte, minimalistische Melodien, bei denen die Pausen ebenso wichtig sind wie ihre fragmentarische Melodie. Ela Spalding ist Mitglied der transdisziplinären Gruppe Archipel e.V.. Da sie zu Beginn der Sendung nicht anwesend sein konnte, hatte sie uns eine Auswahl ihrer „Sundown Songs“ vorab geschickt. Fortan würde unser Programm von ihren seltsam beruhigenden Sequenzen getragen werden, die in ihrer Nichtsprachlichkeit die Übergänge von Wachsein, Schlaf und Traum ebenso begleiteten wie die einzelnen Verwandlungen unseres Programms auf seiner Reise von Sonnenuntergang bis in die Tiefen dieser Herbstnacht.
In Bezug auf das Wetter hatten wir übrigens großes Glück: Der Abend spendierte uns Sonnenstrahlen, und die Temperaturen blieben mild. Seit dem Nachmittag hatte auch der Künstler und Koch Mathias Deutsch in der Datscha-Küche gewerkt, und so war auch für reichliches und gutes Essen gesorgt.

Mr Deutsch being asked about the menu.

Auf unsere Eröffnungsrede folgte ein Hauch von Magie: Niki Matita, die immer noch an einer starken Erkältung litt, musste zu Hause bleiben. Das Verbrennen eines Zweigs Salbei, begleitet von einem finnischen Hustenzauber sollte da helfen, so hoffte es das Radioteam Kate Donovan, Helen Thein und Gabi Schaffner.

Sei es nun trotz oder aufgrund der Allgegenwart magischen Denkens in unserem täglichen Leben, das Kreieren neuer sinnvoller Rituale oder ihre Betrachtung aus einer nicht-menschlichen Perspektive wird zunehmend schwieriger. Kate Donovans Dankesritual für die Energien, die unserer zivilisatorisches Dasein der Umwelt abverlangt, machte daher ebenso Sinn wie Helen Theins Fragen nach möglichen „rituellen“ Verhaltensweisen unter den Pflanzen des Gartens

Ritual of Gratitude

Inzwischen hatte auch die Blechtonne Gefallen an den toten Zweigen des Kirschbaums gefunden und spuckte Feuer und Funken unter dem sich verdunkelnden Himmel.
Datscha Radios Open Call hatte eine reichliche Ernte an Kompositionen internationaler Künstler eingebracht. Wir begannen mit einem Auszug aus Julia Drouhins (später vollständig gespielter) Klangperformance „Entretiens avec mes interieurs“ und Koho Jaripekkas „Piano / FM Radio / Loop“.

Brane Zorman, Radio Cona

Unser Überraschungsgast war der Künstler und Kurator Brane Zorman, der unverhofft im Garten erschien. Brane berichtete über seine aktuellen Recherchen und Kompositionen für das slowenische Kunst- und Kulturhaus in Berlin und seine Arbeit bei Radio Cona in Ljubljana. Währenddessen erwartete die „Blaue Blume des Todes“ auf dem Tisch zwischen uns auf ihre Stunde. Schließlich kam der Moment, in dem unser Gast die Pflanze mit einem Gummihandschuh anfassen durfte.

This flower holds dark and deadly secrets

Aconitum napellus (hier als spätblühende Sorte Carmichaelii) ist wahrscheinlich die giftigste Pflanze in Mitteleuropa. Dem Mythos zufolge erwuchs sie aus dem Geifer des Höllenhundes Zerberus, und schon in vorrömischer Zeit wurde das aus seiner Wurzel gewonnene „Aconit“ -Pulver als zuverlässiges Gift für Jagd und Mord verwendet. Zudem ist das Kraut hilfreich bei der Rückverwandlung von Werwölfen, daher sein englischer Name „Wolves Bane“. Dennoch verschönerte seine prächtige Blüte das Wintergartenstudio.

An diesem Abend (und anschließender Nacht) war unsere Zuhörerschaft in der Tat eine „Mixed Crowd“. Unser Termin von Nachtgärtnern III fiel mit dem „Welttag des feministischen Radios“ zusammen. Ab 23 Uhr wurden unser Programm daher europaweit von einigen freien Radios übernommen, und Sound Art Radio in Devon, Großbritannien, verfolgte unser Programm schon ab 19 Uhr in Auszügen (Liste der Radiosender am Ende dieses Textes.) Da die meisten unserer Gespräche auf Englisch stattfanden, war es vor allem Helen Thein, die sich um ihre deutschen Übersetzung bemühte.

Listening pumpkin

Niki Matita hatte einen Soundwalk vorproduziert, bei dem sie mit der Katze Fiep durch den Gartenabschnitt eines Schiffes spazierte. Wir spielten „Nachts im Garten der MS Sputnik“, gefolgt von Joan Schumans großartigem Stück „Ligature“, in dem sich zwei siamesische Zwillinge gegenseitig in den Schlaf flüsterten. Es folgte Mariah Blues „Hypnagogia“, über auditive Halluzinationen, die beim Einschlafen auftreten.

Iltakahvit with Niina

Gegen 21 Uhr kam die finnische Künstlerin und Performerin Niina Lehtonen-Braun gleichzeitig mit Ela Spalding und Niko de Paula Lefort im Garten an, wobei letzterer einen riesigen Koffer bei sich trug.

Iltakahvit with Niina Nokkonen“ erwies sich als ein entzückender spontaner Vortrag, bei dem finnische Wiegenlieder, Ratschläge und Sprüche von Mutter und Großmutter, Zu-Bett-Geh-Rituale und natürlich die Kunst des Kaffeebrühens mit und ohne hausgemachten Brandy zum Einsatz kamen. Alle, die da zuhörten, werden von jetzt an niemals ohne Taschentuch ins Bett gehen … und wir werden immer saubere Unterwäsche und das schönste Nachthemd tragen!

Measuring the coffee for Niina’s bedtime stories

Unser Programm wurde mit Martyna Posnanskas „Requiem for a Fly“ fortgesetzt, gefolgt von der Einführung eines neuen Zeremonial-Formats. In „Breaking Nuts“ wurden die Haselnüsse des Gartens geknackt, um herauszufinden, ob sie Geschichten enthielten. Die meisten von ihnen taten es!

Kate Donovan verwendete ein Walkie-Talkie für ihre Performance vor der Datscha und las einen Text von Rikki Ducornet zum Thema Nachtspaziergänge und Imaginationen. „Während der volle Mond die Sandwege beleuchtete, unterhielt ich diese Träumerei: Ich stellte mir einen Planeten vor, wo Sprachen so spontan wüchsen wie Kristalle; ich tat, als wären diese Fossilien – in ihrer runden Vollkommenheit – die Samen neuer Monde.“

Ms Donovan reads Ducornet

Niko de Paula Leforts Koffer erwies sich als modularer Eurorack-Synthesizer. Seine Performance „Aurality“ beschrieb er als Live-Probe für Kompositionen einer neuen Serie, die im November in „Acud Macht Neu“ in Berlin zur Aufführung kommen würden.

Von da ging es direkt von einem Archipel-Mitglied zum anderen: Ela Spalding stellte ihre Arbeit „Ocaso / Sundown“ nun live vor. Ela führte mit uns eine spezielle „Schlafenszeit-Routine“ durch, las eine Geschichte (über das Denken an Berlin in einem tiefen Zeitkontext) und sang ein weiteres Wiegenlied.

“Aurality” with Niko de Paula Lefort

Gegen 23:30 Uhr wickelte der Künstler und Musiker Ansgar Wilken seine Percussion-Instrumente aus einem Handtuch und breitete sie auf dem Boden aus. Darunter befanden sich eine Handschaufel, ein Metallaschenbecher, eine Vorhängekette, winzige Gongs, Murmeln in einer Schüssel und weitere diverse Gegenstände aus Draht, Gummi oder anderen Dingen. Ansgars Konzert führte uns zu „The Secret Rhythm of Tulpen und Narzissen“. Mit unglaublicher Geschwindigkeit wurden die Objekte betrommelt, beklopft und gestreichelt, gezupft und geziept, arrangiert und re-arrangiert in Mustern, die man hören und sehen konnte. Unser anschließendes Gespräch erörterte morgendliche Rituale – von den unveränderlichen Bewegungsmustern des Sich-Abtrocknens nach der Dusche bis zur Katastrophe fehlender Milch im Morgenkaffee.

Too fast to get captured on film: Mr. Wilken

Inzwischen waren noch mehr Gäste angekommen und genossen draußen am Tisch Essen und Trinken. Podcasterin Laura Lukitsch war gekommen, um Material für ihre nächste Radiosendung aufzunehmen. Neben der Feuertonne stand der Radiokünstler Marold Langer-Philippsen und richtete seinen Rekorder auf die zischenden Flammen, in Vorbereitung auf seinen Auftritt in den frühen Morgenstunden.

Mitternacht: „The Beetles’ Harvest Supper“ sah die Künstlerin und Wissenschaftlerin Kat Austen mit einer Schüssel Mehl, etwas Milch, einem Ei und mit Backpulver gefüllten Löffeln aktiv werden. Bezug nehmend auf ländliche Ernterituale und deren Ziel, eine gute Ernte für das nächste Jahr zu sichern, führte Kat den „Ritus künftiger Käfer“ durch, um im nächsten Jahr ein reichhaltiges Ökosystem für Insekten zu gewährleisten. Dies beinhaltete das Backen von Geister-Käfern aus Maismehl, eine Beschwörung verbleibender Käfer der Saison mit einem lauten BANG !, und das gemeinschaftliche Teilen der Mais-Käfergeister um Mitternacht.

Don’t forget the antenna, or the spell won’t work

Niki Matita hatte zwei weitere Vorproduktionen vorbereitet: „Knöpfrunde“, ein kurzes Hörspiel von Hermann Bohlen, und „Mitternächtliche Klangreise“, eine Aufführung des Berliner Musikerin, Schamanin und Heilerin Zelda Panda. Weitere Kompositionen aus dem Open Call fanden ihren Weg on Air, darunter zwei Werke von Chelidon Frame, eines von Alex Head (Kurator des Berliner Radioprojekts „Networked Independence“) und Ana Berkenhoffs „Beastjetzt“. Umrahmt von „After the moonrise“ und „Low rise“, stellte Mme Schaffner Singing Fires“ vor, eine Zusammenstellung archivierter Fieldrecordings aus dem Jahr 2004, die die Musikanthropologin Sisukas Poronainen anlässlich eines zeremoniellen Festes in Pauanne, Kokkola, im Westen von Finnland aufgenommen hatte.

Not singing but conversing: Kate and Kat in a fiery surrounding

Die Gesänge wurden meistenteils in Gegenwart eines Feuer gesungen und enthielten Texte aus der Kalevala, einem kosmogonischen Mythos, der 1835 von Elias Lönnerot zusammen gestellt wurde. Obwohl im 21. Jahrhundert aufgezeichnet, mutete die Atmosphäre dieser Lieder und „Runos“ (Zaubersprüche) fast vorzeitlich an.

Eine neue Runde „Breaking Nuts“ mit Helen Thein, Gabi Schaffner und Kate Donovan erbrachte weitere wundersame Geschichten, darunter auch die etwas traurige über ein Geschwisterpaar, das in einer Walnuss wohnte und von uns entzweigebrochen und verzehrt wurde.
Weiteres Wiegensummen von Ela stieg in den Äther auf, ebenso Leon Twardys „Excerpt of Nana“ sowie eine noch lang knisternde Aufnahme des Datscha-Feuers.

A blue mask for “Maschkera”

„Maschkera“ von Marold Langer-Philippsen begann um 3:30 Uhr in einem meditativen Tempo mit Geräuschen, die vom Feuer draußen aufgenommen waren, gesprochenen Worten und interstellaren Telefaxen aus seinem Projekt „Moon Bouncing“ von 2019. So erwuchs Tonschleife nach Tonschleife aus diesen und weiteren Klängen, die live erzeugt wurden (Glocken, Händeklatschen, Telefonwiedergabe). “Maschkera” nahm Fahrt auf, und der Künstler atmete in eine blaue Maske, die er klanglich so modifiziert hatte, um je nach linkem oder rechtem Mundstück verschiedene Klangfarben zu erzeugen,

Re-sounding faxes from the moon

Mit Einbruch des Morgens, gegen 6:30 Uhr, kam unser letzter Gast, die Künstlerin und Informatikerin Peggy Sylopp, zu einem besinnlichen Morgenspaziergang, der für 7 Uhr angesetzt war. In ihrer Hand hielt sie ein selbstgefertigtes Gerät, das es uns erlauben sollte „To Hear how you Like To Hear“. Aus ungeklärten technischen Gründen mussten wir unseren Spaziergang durch den Garten jedoch ohne dieses sinneserweiternde Hörgerät machen, das Peggy in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut „für Menschen mit und ohne Hörbehinderung“ entwickelt hatte.

How to hear what you like to hear

Zurückgeworfen auf unsere schläfrig schlaftrunkenen Sinne erkundeten wir die Beete, schnupperten an letzten Rosen des Jahres, sammelten gefallene Äpfel auf und sinnierten über den rosig glühenden Kondensstreifen eines Flugzeugs, der sich langsam in einem nächsten strahlenden Herbsttag auflöste. Wir danken fürs Zuhören!

8:00 Uhr: Es ist Zeit fürs Frühstück, ein letztes Foto…und erste Planungen für ein Datscha Radio in 2020.

Not quite awake but quite awake: The Datscha ladies

———————

Rezept für gebackene Käfergeister (Ritual künftiger Käfer)

  • Around 500g of baking flour
  • One large egg
  • A teaspoon of baking powder
  • Milk 

Mix together the flour and baking powder thoroughly. Make a hollow and break in the egg. Add a splash of milk and begin to mix. Gradually add more milk until the mixture is stiff and before it becomes sticky. If you add too much milk, add a little flour to compensate. Spread flour on a baking tray. Take a ping pong ball sized portion of the mixture and form it into a beetle shape, then place it on the baking tray. You can use spaghetti or cloves for the antennae. Repeat until all the mixture is used. Bake in the oven at 150 degrees for 10 minutes. To summon the beetles you can try throwing copper chloride in the bonfire, but they only come on special harvest days….

NightGardening III was rebroadcast (in parts) by: World Day of Feminist Radio (Freirad Innsbruck, Freies Radio Neumünster, Free FM Ulm, SoundArt Radio, Freies Radio Berlin Brandenburg (colaboradio, frrapo Potsdam and Ohrfunk).

Read More

Wir senden direkt aus dem Datscha-Garten von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang: 21. Oktober 17:57 Uhr bis 7:45 am 22. Oktober 2019.
online auf datscharadio.de
direkt auf aporee.org: http://radio.aporee.org:8000/datscha
auf Eurem eigenen Player: http://radio.aporee.org:8000/datscha.m3u
Übernahmen sind im Gespräch und werden hier zeitnah bekannt gegeben.

Unebener Boden, eingeschränkte Sicht, im wahrsten Sinn des Wortes unvorhergesehene Hindernisse: Das Spazierengehen bei Dunkelheit verlangt unseren Sinnen und unserem Körper andere Fähigkeiten und Sensibilität ab als das Flanieren bei Tage. Dies zu erforschen ist Teil von Datscha Radios vorläufig letzter Radionacht in 2019
Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Nacht als Ort nocturner Zeremonien gelegt. Eine Vielzahl von Ritualen und Zeremonien werden weltumspannend in den Zeitraum der Nacht gelegt… doch weshalb?  Unzweifelhaft liegt es an der Nachbarschaft von Schlaf und Traum, die die Menschen seit jeher mit Ehrfurcht und Respekt erfüllt hat. Auch in der modernen Alltagswelt sind die Übergänge von Wachen zu Schlafen und umgekehrt geprägt von kleinen, aber für das Individuum wichtigen Ritualen.

Das Team fragt sich derweil, ob die Decken reichen werden. So unvorhersehbar wie die Temperaturen in dieser Nacht vom 21. auf den 22. Oktober ist auch unser Programm zum jetzigen Zeitpunkt. Einige der KünstlerInnen sind jedoch bereits bekannt, darunter:

Ela Spalding, Peggy Sylopp (Hear how you like to hear):Soundwalk Datscha, Niina Lehtonen, Marold Langer-Phillipsen, Zelda Panda/ Roberta Panda Perzolla und Christina Kyriazidi (Story in Berlin/ Food for Story) Die (Trauer)rituale der Elefanten – ein Gespräch mit Niki Matita.

Read More

(Übersetzung folgt) Uneven ground, restricted vision, and in the truest sense of the word ‘unforeseen’ obstacles: Walking in the dark activates different sensing abilities. Bodily boundaries shift and expand, and with them, thinking and imagination find new ways.
The night is also a ceremonial space. A multitude of rituals and ceremonies are performed all over the world during the night… but why? It is undoubtedly due to the neighbourhood of sleep, death and dream, which has always filled people with reverence and respect. Also in the modern everyday world, the transition from being awake to asleep, and vice versa, are marked by unobtrusive – yet important to the individual – rituals.

With “Night Gardening III” Datscha Radio wants to explore the ambience of night walks and rituals.

From sunset to sunrise, 5:57 pm on the 21st of October, until 7:45 am on the 22nd of October, 2019, we will be broadcasting straight from an allotment garden in Berlin.

What are these rituals and walks, introducing us to the absence of the sun? Datscha Radio wants to find out – and calls for your radiophonic input. Send us your darkest, funniest, weirdest private/stolen/hitherto unheard compositions and acoustic celebrations of the night!

Night Walks, Rituals and Ceremonies

  • Please provide two or three lines each about the piece and yourself including a website, if possible.
  • Please put “Night Walks, Rituals & Ceremonies” as a subject line.

Deadline

Please submit your audio piece by the 15th of October, 2019.

Schedule

Our Datscha Radio program will grow with the flow of the events that night. There will be no fixed time schedule. You’ll find a list of all participating artists on our website in due time.

Datscha Radio can be heard on

●      datscharadio.de

●      narrowcast in the garden itself

●      in collaboration with other radio stations and projects (if interested, please let us know)

About

Datscha Radio’s 2019 series “Night Gardening” explores the sensual and auditory spheres of the night. Our first episode dealt with the nightingale, while our second dealt with the transposition of smell into sound. We broadcast online via datscharadio.de and via micro FM in the garden(s).

Read More

1st of September: On invitation of „Le Jardin de Recherche Musicales“, Paris, Datscha Radio had the honor (and pleasure) to contribute a 30 min radio show to the line-up. Hosted by the artists Dinah Bird, Jean-Phillipe Renoult and Dr. No, and streamed via p-node.org an afternoon of radiophonic activities unfolded at Les Jardins du Ruisseau close to Porte de Clignancourt.

What is the sound of a plum dropping? In preparation of the „plum tale broadcast“ the trees in the Datscha Garden were energetically shaken, and dozens and dozens of fruits dropped onto the lawn. After removing the pits they were taken to the stove, where a pot already waited. A kitchen is not exactly the place you’d expect to set-up the gear for a radio broadcast, but well… Ms Thein shared her mike with the bubbling pot, stirring the jam-to-be with greatest attention. Ms Schaffner kept arranging the hot water cooker, the sugar and the glasses. And between the two of us we shared an ancient Japanese folk tale about a gardener and his beloved spirited plum tree. It was also a story about the uneven balance between true love and care-taking and the greed for beauty, embodied through the figure of a too ambitious samurai…

All went well and seven glasses of 2019 plum jam were filled. Thank you, Dinah, Philippe and Dr. No!

Shaking of plum tree
Read More

(Übersetzung folgt) Fragrant was the night… and permeated with the sounds and reverberations of the numerous radio guests that materialised in the garden in the South of Berlin. This garden offered many paths (carefully tended by their owners Tiger Stangl, Valie Djordevic and Jochen Liedtke), and just as many approaches were taken in Datscha Radio’s quest for a ‘translation’ of scent into sound. The weather was very fine that evening, with the heat of the day still lingering in some formerly sunny spots, and the dusk that arrived after the station’s set-up was accomplished, steeped the garden and its plants in iridescent shades of continually fading blues.

Daylight fades, radio starts

 “…That’s what the peony said in three puffs of perfume”: The show’s kick-off was one of the ten flower scent poems written especially for this occasion and played intermittently through the night, rather like a scented station id. Written by Gabi Schaffner, they were spoken, sung, whispered and hissed ingeniously by the New Zealand poet Hans Kellett.

Kate had brought her hydrophones, which Niki Matita played whilst Kate read a brief overview of Datscha Radio’s theme for the second ‘Nightgardening’ session:

Smell comes in waves, with a breeze, it rides on the air. Just like radio.

Smell is a fleeting sensation, it lives in time, it connects directly to our memories and emotions. Just like radio.

Smells, odours, fragrances, perfumes, they are all around us. Just like radio.

An introductory walk through the garden followed. Tina-Marie Friedrich (allgirls Berlin international) and Helen Thein explored our location (dragging a long, long mic cable behind), conversing about selected plants, the perfumes of their leaves and flowers, our human sensitivities and culturally imprinted scent perception.

Scent walk with Helen Thein and Tina-Marie Friedrich

All the while more guests arrived, among them Monika Glaser, chairwoman of the gardener’s association and her husband Jürgen. The radio artist Jasmina  Al-Qaisi accompanied by artist Helena Otto, and the ‘maverick violinist’ Katt Hernandez as a last minute guest and previous Datscha Radio artist. Tina talked about her research into the finer details and cultural differences of smell perception, which led on to the introduction of some of Datscha Radio’s open call artists, among them a piece about the scent of rain by Ian Stenhouse. One of Niki Matita’s thematic DJ Mixes followed.

“How is your nose”?

Looking from the outside into the window of this Treptower Datscha, we could now see Caroline McMillan, together with programmer Isabelle Wei and dancer Lena Kilchitskaya, preparing the wearable tech dress that Caroline had designed for their olfactory and experimental dance performance “Aura:Maton”.

Meanwhile, the long table in front of the terrace was decorated under supervision of the Mobile Radio duo Knut Aufermann and Sarah Washington. Wine glasses, six especially selected bottles of Moselwine, and still more guests appeared, among them Winona Lin and friends as well as the radio researcher Golo Föllmer and Kai Knörr, president of the “Studienkreis Rundfunk und Geschichte”.

“Aura:Maton” proved to be quite an otherworldly experience. Dressed in a white dress, adorned with a head band (a surreptitious brain wave detector), and wearing a mysterious ‘harness-minilab’, consisting of LED lights, wires and an assortment of vials on her belly, Lena appeared. Her face serene, she danced among the guests, graciously, stepping forward, resting, bending, stretching out her arms. From time to time a blue light flashed from her belly-lab and waves of scent were set free.  

            In her talk, Caroline explained that dancing has an impact on the dancer’s brain waves, which, in this case, then get stored and transformed into electronic signals which in turn activate the scent machine the next time she dances. In the garden, Lena was dancing to and with the scents of a dance memory. Data and scents. McMillan says that for her, the main common traits between them lie in the fact that both leave behind trails…

Kate Donovan and Katt Hernandez

Just a little bit later, Kate Donovan and Katt Hernandez joined forces to play with frequencies. Kate had brought a SOMA Ether (a so-called ‘sniffer’, which turns electromagnetic frequencies into sound), in order to listen to the inaudible frequencies generated by the outdoor radio studio. And Katt had brought her violin – her trusty old friend by the name of Maude. Together they made and played with frequencies in and of the garden.

A long table, six bottles and many tastes

Trails and tastes of a different kind were explored in Mobile Radio’s expedition into “the extremes of Moselwine”. Mobile Radio’s wine tasting involved six interviews with winegrowers from the region, each stemming from a question concerning smell during the process of wine-making. In between the interviews, one wine after another was slowly decanted into the glasses and everybody was invited to spontaneously describe the scent and taste. Each wine attracted its own peculiar vocabulary, from “like my grandmother” to “cheesy” to “stale” to “woody”, “pearly” or “calvados-like”. The performance took its course, lasting for an hour and a half, and as such allowing ample time for Jasmina Al-Qaisi and her performance partner Helena Otto to build a fire in preparation for their upcoming show.

“To the Belly and Back” featured delightful scenes, musical interludes, and dialogues about food and eating and smells. It was grounded in a very serious question: Can I trust you and how do I know if I can trust you? Jasmina and Helena explored the answer by feeding each other with eyes closed, food and non-food from the grill and further afield, wrapped in foil or paper or plastic or nothing. Their trustful exchange culminated in offering each other old (but clean!) socks to smell, which they’d secretly filled with fragrant contents from the garden.

Time for more coffee, one or two scent poems, for some guests to make their way home, for open call compositions, and for “The Scent of Water”, a preproduction initiated by Helen Thein, based on a (local) water degustation with the American scientist Christy Spackman. By now we had reached 3 am in the morning.

“Olfactophobia” is the irrational fear of smells that can go so far that some people can’t even bear to think of certain smells without suffering actual panic attacks. Niki Matita presented a radio piece of that same name, that probed deeply into this special psychic condition.

Kate Donovan on the garden path

Armed with a walkie-talkie, Kate Donovan then disappeared down the main path to the end of the garden. From under the colourful garden lights she read an excerpt from the novel “The Fountains of Neptune” by Rikki Ducornet, taking listeners into the mind of the protagonist, who had also disappeared into a strange and dreamy world of garden, meditation, and mastication… “I could not help but think that if time had a smell it would be like this.”

Sarah Washington: Under influence

We still had a lot on our plate to present to our listeners: Niki Matita’s interview with Nicolle Schatborn of Keuken van het Ongewenst Dier in Amsterdam about the “Smell of Dead Bodies”, more open call contributions, and a fantasy sound tale in French about a scented lichen in Paris, read by Julia Drouhin. Sarah and Kate agreed to read the English translation together before the French piece was played, and the way they rendered the story had a deep impact on all the present listeners.

The sun is rising

By 5am the skies were slowly lightening up in fluffy greys. At a quarter past, the time for our morning garden walk had come. Gabi, Tina and Kate went down the garden path, slightly tipsy from lack of sleep but happy to lean towards the garden plants again, to inhale their morning scents and the fragrance of a fresh day, and to greet the first rays of the sun that came forth behind the neighbour’s apple trees. Thanks to Udo Noll who provided for our streaming on his server.

Read More

Datscha Radio is looking forward to welcome you on its second iteration of Night Gardening! As widely sorted as garden chores might be, depending on weather, the gardener’s mood, prevalent thriving plant species, surprise guests, and time of the day, our excursion into the world of “Frequencies and Fragrances” will follow no fixed time schedule. We’ll drift with the perfumes of the night.

Yet, as a general lead, here is some information about the artists of that night and their olfactory involvements (alphabetical order!).

Caroline McMillan: Aura:maton. Live performance.

Aura:maton is an internet-connected, olfactory wearable tech dress. In an age of vast desert landscape, endless concrete towers, tunnels and grime, memories exist without experience, data without an object. All data content is mediated through shiny, yet somewhat clunky technologies.
The dancer’s brainwave activity prompts a perfume accord, a de-extinction of lost rain released algorithmically in collaboration with AI for infinite variations of physical memory. Submerged in memories of petrichor, biological traces of the scent of rain after a long period of dry weather.”

McMillan’s research interests include artificial intelligence, soft robotics, bio-computation, technofeminism and haute couture textile techniques. Taking a philosophical approach, intuitive interactions with technology are derived from nature.

Christy Spackman: The Scent of Water. With Helen Thein.
A visit to the Datscha Garden features the probing of local waters. Please keep a sample of your local tap water at hand.  
Christy Spackman is currently Assistant Professor, Art/Science Nexus, School for the Future of Innovation in Society, @ASU. Studying the taste of water, how sensory science shapes consumer perception, and the creation of tastelessness. Fermenter of things.

 Gabi Schaffner: La Lichen Parfumée. With Julia Drouhin. A weird story and a weirder sound piece. Based on several failed experiments in the transposition of plant’s chemical ingredients into random melody, lost and found field recordings and the sound and scents of a waffle iron. (Lan: F)

Hans Kellett/Gabi Schaffner: 10 S|Cents Poems
Hand Kellet is an artist and poet from New Zealand, based in Berlin. In 2017 he was “Poet in Residence” at the Datscha Radio Festival “Plots and Prophecies.

Why not sing poems when the theme is the “translation” of scent waves  into sound waves? The title of the series is derived from a genre of street poetry where poets create verses on the fly for little money. The New Zealand poet and artist Hans Kellett rendered them ingeniously musical.

Jasmina Al-Qaisi and Helena Otto: To the Belly and Back

Jasmina Al-Qaisi with Helena Otto take synesthesia to the belly and back, inspecting different fragrances of the night garden by fabricating an imaginary of the darkness around plants and women working with plants. In between days, at night, two girls meet to tell each other secret mingling and mixing love for food with other bodily forms of love. Burning, from sweating to smoking, burning from erasure to the unforgettable is a starting point for a fair tales and giving noise to the nose. For NACHTGÄRTNERN [NIGHT GARDENING] at Datscha Radio, Al-Qaisi and Otto will burn, smell, murmur, rhyme and dine ON AIR.

Helen Thein: Coordination, Logistics, Culinary Support, Documentation, Press and Social Media. She’ll join Tina-Marie in her floral explorations.

Julia Drouhin: Lent her voice to “La Lichen Parfumée”. She is a radio artist from Tasmania, born in France.

Kate Donovan: Radio artist Kate Donovan will explore the human-generated electromagnetic frequencies in the garden, using various devices to make them audible.

Katt Hernandez: brings her violin to the garden
Katt Hernandez is a maverick violinist, composer and improviser. One of her compositions was also featured in our “Night of the Nightingales” on the 30th of April this year.

Michael Schwieger: Introduction of a sound piece by him. He makes sounds from air/dust/perfume sensors. He says:

“I think I’ll combine dust sensor and the airquality sensor.”

Mobile Radio (Knut Aufermann & Sarah Washington): Flur-Funk: eine olfaktorische Reise durch die Extreme des Moselweins.
Mobile Radio was established as a travelling project to build upon our work across Europe in the fields of radio and sound art which had arisen during the three years that we helped to establish the London art radio station Resonance 104.4FM.
For this night, six bottles of finest Mosel wines will challenge our sensual and vocabulary – interspersed with short interviews  with the viniculturists themselves.

Niki Matita will present two pieces as well as a hand-picked selection of songs about olfactory sensations.

Smelling A Dead Body
Ein Interview von Niki Matita mit Nicolle Schatborn von der “Küche des Unerwünschten Tieres” entstand in ihrer Küche auf dem Gelände der Ateliersiedlung Nieuw en Meer in Amsterdam während sie eine Brandgans ausnahm.

Olfactophobia
Ein assoziatives Hörstück von Niki Matita über die unangenehmen Seiten des Riechens zur Komposition “Mes Odeurs Préférées“ der kanadischen Komponisting Joane Hétu (mit freundlicher Genehmigung)

Tiger Stangl and Tina-Marie Friedrich (allgirls international berlin art)
Greatest thanks is owed to Tiger Stangl who is hosting Datscha Radio in her garden. Apart from being a 200 percent gardener and a graphic artist, she has been curating together with Ms Friedrich the allgirls gallery since 1992.

Tina-Marie will act as the garden’s smell explorer, probing the nocturnal scents and vibes of plants and place and render her sensations to our willing audience.

Open Call Artists: “Garden Scents”


Ana Berkenhoff
Gabriela & Cristian Fierbinteanu
Gayil Nalls
Hakan Lidbo
Ian Stenhouse
Kontaktofon
Sjoerd Martens
Sylvain Souklaye

Read More

Wir freuen uns sehr, dass sowohl Soundart Radio wie auch Resonance Extra Nachtgärtnern II von Sonnenuntergang am 8. August bis zum Sonnenaufgang am 9. August übernehmen wird.

Read More

Hey, hey, the pink peony has something to tell – aber was? Da gibt es nun zehn Gedichte über Blumendüfte, seit vorgestern eingesungen von dem neuseeländischen Künstler Hans Kellett.
Stimme und Nase, atmen und klingen lassen… liegt es nicht nahe, Worte über Düfte in Gesang zu fassen?
Also haucht und faucht der Drache (Snapdragon=Löwenmaul), und ein Schlafmohn zerfällt zu geflüstertem Puder in Fis und dreigestrichenem B.

Überraschend ebenfalls eingesammelt ins Recording-Duftdöschen: Schlagwerkimprovisationen des Hamburger Troubadors Felix Schröder, der frisch aus Finnland kommend, Flöte und Tamburin hervor holte.
Was nun daraus entstehen wird, zeigt sich nachtgärtnenderweise am 8. August.

Die 10 |S|Cent Poems entstanden allesamt im Datscha-Garten… und das kleine Wortspiel verdankt sich der Tradition der Straßenpoesie, bei der Dichter*innen aus dem Stand und für wenig Geld Poeme für Passanten verfassen.

Parallel zu Hans Kelletts Singstücken wird es auch eine weibliche Umsetzung der Texte geben: die rumänische Radiokünstlerin Jasmina Al-Qaisi beschnuppert schon mal das Papier.

10 |S|Cent Poems
Gedichte: Gabi Schaffner
Gesang: Hans Kellett / Jasmina Al-Qaisi


Read More