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Die Datscharadio-Dokumentation ist da!

… Jetzt!

44 Seiten in Bild und Text :)

datschadoku

120 handgestempelte Exemplare liegen nun zum Abholen bereit. Zum Beispiel bei unserer fröhlichen Winterparty:

Das Februar-Release-Grillen im Garten… voraussichtlich Dienstag, 5. Februar, ab 15 Uhr!

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The Paradise Hour | Die Paradies-Stunde

24. August. 13-14 Uhr

 H. Bosch: Paradiesgarten

Es ist klar, dass kein Wort über den Garten verloren werden kann, ohne die Idee des Paradieses mitzudenken. Datscha-Radios “Paradise Hour” kombiniert das Hörspiel von Georg Klein “Peregrinatio Paradiso” mit einem Text des Berliner Schauspielers und Autoren Matthias Scheliga und dem Hörstück “Jarman’s Garden” der britischen Radiokünstlerin Sherre Delys zu einer Stunde, die das Ohr verborgene Pfade wandeln lässt. Diesseits wie jenseits des “umzäunten Gebiets”, das so unendlich viele Fiktionen an sich bindet.

 

Peregrinatio Paradiso

von Georg Klein. 36:06 min.

“Paradiesvorstellungen gibt es seit alters her in allen Kulturen und sind meist mit einer Gartenphantasie verbunden. Im Zentrum des Hörstücks von Georg Klein steht nun eine alte, aber geradezu revolutionäre Paradiesgartenvorstellung: das “Goldene Zeitalter” aus Ovids Metamorphosen, gelesen von Angela Winkler im Stil einer Leseprobe, mit persönlichen Kommentaren und Deutungen. Hier wird ein Zustand beschrieben einer Gesellschaft ohne jeden Zwang, ohne jedes Gesetz, ohne Gewalt und selbst ohne jede Zurichtung gegenüber der Natur – ein Garten, der sich selbst überlassen ist, ohne ‘kultivierende’ Eingriffe, von dessen natürlichem Reichtum die Menschen leben. Und während das Paradies in der Vorstellung fast aller Religionen ein zugangskontrollierter und zudem hierarchisch strukturierter Bezirk ist, ist es bei Ovid ein Garten frei für alle, ohne jede Abgrenzung nach aussen und ohne jeden Zwang nach innen – und mit einem Menschenbewohner, der diesen paradiesischen Zustand auch respektieren kann. Eine politische Utopie, die als Rückerinnerung, als vergangenes Zeitalter erzählt wird.

Dem gegenüber treten heutige Paradiesvorstellungen von Menschen, die eine ganz andere Wahrnehmungswelt haben als die große Mehrzahl: Blinde und Taubblinde. Die Frage, was sie unter “Paradies” verstehen, führt überraschenderweise zu ähnlichen Antworten wie bei Ovid, auch wenn sie als eine wilde Vorstellung gelten: der Urwald. Insbesondere von den Menschen, die blind und taub sind (und mit denen die Interviews in sehr langwierigen Verständigungs- und Übersetzungsprozessen geführt werden mussten), ist die Ablehnung der gegenwärtigen Gesellschaft zugunsten einer Welt ohne Menschen geradezu verstörend.

Und beide Vorstellungen sagen damit mehr über unsere irdische Welt aus als über eine jenseitige, unerreichbare Paradieswelt.” (Georg Klein)

Papapara dies & das

Ein Text von Matthias Scheliga, gelesen von ihm selbst. 9:48 min,

(…) Adam ist der Gärtner seines Gartens, den er nie verloren hat, sagen die Anderen. Ein Schwerenöter und Schluckspecht. Ein Laubsauger. Ein Katzenflüsterer. Ein Akkumulator. Ein schwarzes Loch, von dessen ausgeleiertem Ereignishorizont referenzlose Informationsfetzen über den Staketenzaun wehen. Ein solipsistischer Wortverlierer. Ein Katzenquäler, der sich selbstbesoffen im Kreise dreht, bis seine ausgestreckte Hand (bei gebeugtem Arm würde die Katze eingesogen, ich weiß) sich öffnet und den Katzenschwanz der Fliehkraft überlassen muss, so dass der pelzige Wortbalg jenseits des Zaunes auf den Trottoir schlägt und in mehrere gequälte Laute zerplatzt, deren Zughörigkeit zur Hyperkatze allenfalls noch an der Fellfarbe zu erkennen ist. Eine Zatke vielleicht gewesen oder ein Zaket. Vielleicht ein Aztek. Daneben ein paar Apfelkerne. Zusammenrottungen von Bespritzten jenseits des Zauns. Gemeint Gewesene, Betroffene, Durchtränkte. Erinnernde. Koinzidenzen.

Ich glaube, Misstrauen ist an dieser Stelle vonnöten. Gegenüber den Katzenmusikern, den Cidre-Trinkern, den Kernkompetenten, den Zaungästen, Paradiesvögeln und Gartenarchitekten, den Spottgöttern und Gottspöttern und gegenüber allen ungewaschenen Zungen, die von fremden Gaumenzäpfchen Laute klöppeln, und gegenüber Ave, geborene Maria und kabbalistisches Palindrom von: … Vea, genau.

Fragen wir doch einen Stotterer. Einer der ganz großen Stotterer – Pessoa – hat gesagt: Ich bin der Zwischenraum zwischen dem, was ich bin und dem, was ich nicht bin. Ich bin zwei Abgründe – ein Brunnen, der den Himmel anstarrt. (…)
(Auszug)

Jarman’s Garden

von Sherre Delys. 14:49 min

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Derek Jarman’s Garden,Prospect Cottage, Dungeness, Kent. Photograph taken by User:Jasper33 (Quelle: Wikipedia)

At first sight, Dungeness looks an inhospitable place. On the afternoon we visited the tide was going out. There were crumbling boats, and there was red-brown metal strewn across the landscape. A mood of rusted melancholy. Later the moon came and cast a silver path across the waves.

It is here that film-maker Derek Jarman made his final home – in a bleak expanse of shingle that faces the nuclear power station in Dungeness, Kent. A fisherman’s cottage he found while searching for a bluebell wood to super-8 for his film, The Garden. Black varnished with bright yellow window frames.

He put Dungeness at right angles. Circles of flints, shells and wind-twisted wood. Sculpture from old tools, seashore-rusted metal, and other beachcombed treasures. Geometric plantings of seakale.

Derek left the garden to Keith. Keith left London and the film world he and Derek shared, and moved to Prospect Cottage to till the garden. Keith says he is held by the silence. He has become a fisherman, and goes out on the boats.

Time passing; Jarman’s love of artifice; the ordering of nature -these were some of the ideas Chris Abrahams and I discussed. A piano mimics the chime of a clock whose habitual intervals Derek modified. And what are the second, the minute, and the hour, but a painting of time? The regular rhythm of hands at the keyboard pulls against the periodic tides recorded under a Dungeness moon. And what is sound, but waves?” (Sherre Delys)

 

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Die Lesestunde

Übliche Zeit: Mo 26. August -Fr. 31.August, 11-12 Uhr. Ausnahme: Sa. 25. August, 13-14 Uhr

Die Lesestunde widmet sich dem Garten in einer Mischung von Prosa, Observation, Meditation, Poesie, Fachliteratur, Hörstück, Interview und Improvisation. Gelesen werden teils eigene, teils fremde Texte. Für die passenden Musiken wurde heftig recherchiert: Wer weiß schon, wie viele Songs es speziell zum Thema “Herbstlorcheln” oder “Rettiche” gibt und welche Musik spielt man zu einer Abhandlung über “Gärtnerameisen”?

Lesestunde 1: Die Pilzstunde

Sa. 25. August 13-14 h und 22-23 h auf reboot.fm
Mit Texten von Wladimir Solouchin, Gabi Schaffner, Gustav Schenk, Knut Hamsun, Friedrich Nietzsche, Silvia Plath, John Cage und Pilzjagd-Videotonspuren aus dem Internet. Gelesen von:  Ulrike Stöhring, Matthias Scheliga, Michaela Schimun und Gabi Schaffner.

Lesestunde 2: Rattengarten

So. 26. August, 11-12 h
Nach dem gleichnamigen Text von Ulrike Stöhring. Der zweite Text von ihr trägt den Titel “Lippenblütler heilen den Kopf”. Ergänzt um Passagen aus “Geheimnisse des Küchengartens”, “Phänomene der Inneren Topografie”, Prosa von H.C. Artmann, Gedichte von Bettina von Arnim, Theodor Storm, Heinrich Heine, Hans Christian Morgenstern und Georg Trakl. Gelesen von: Ulrike Stöhring, Matthias Scheliga, Michaela Schimun und Gabi Schaffner.

Lesestunde 3: Wo die Seele aufblüht. Doris Bewernitz zu Gast bei Datscha-Radio

Mo. 27. August, 11-12 h
Wo die Seele aufblüht – Warum ein Garten glücklich macht. Der Titel täuscht, der Buchumschlag ebenfalls. Die Geschichten von Doris Bewernitz sind weder weltversöhnend noch irgendwie esoterisch. Sondern schön beobachtete, feingliedrige Schilderungen aus der Gartenwelt und ihrer Bewohner… ob Mensch oder Tier.

Di. 28. August, 11-12 h
Lesestunde 4: Mirrors of Infinity – Garden and Radio Architecture
Allen S. Weiss im Gespräch mit  Pit Schultz
Mr. Weiss hat mit  “Mirrors of Infinity  – The French Formal Garden and 17th-Century Metaphysics” ein Buch geschrieben, in dem er die Gärten des 17. Jhs. (Versailles, Vaux-le-Vicomte, Chantilly) im Spiegel der ihnen verbundenen Metaphysik und Ästhetik, der herrschenden Machtverhältnisse und im Hinblick auf die sich eben formierende Wissenschaft der Optik analysiert. Doch ist dies bei weitem nicht alles. Ein hoch interessantes Gespräch!

Mi. 29. August, 11-12 h
Lesestunde 5:  Mit Alexander von Humboldt in den Garten der Natur

Frau Kuni und Frau Schaffner blättern im großen Humboldt: Taxonomien, Nackt- und Bedecktsamer, gesellige und ungesellige Bäume, Zahlenpoesie und -prosaik. Dazu aus Christian Grunerts Gartenbuch ein Kapitel über den Wert der Malven im Garten und das Phänomen der Feuerwanzen auf ihnen (und auf der Stockrose, Alcea, die zur Familie der Malvengewächse zählt).

Do. 30. August, 11-12 h
Lesestunde 6:  Epikur und Ameisen

Was vermeintlich als einigermaßen surrealer Titel daher kommt, zeigt sich doch im Lichte der tatsächlich auf Erden (Algerien, Texas) weilender “ackerbautreibenden” Ameisenstämme in gewissem Zusammenhang:

“Graben, pflanzen, schneiden, pflücken, gießen, grillen, trinken,essen, plaudern, flirten, im Schatten oder in der Sonne dösen und vieles andere mehr gehören zu den Tätigkeiten im Garten, die es noch lange geben wird. Aber eine ganz wesentliche und einst sogar charakteristische Beschäftigung ist inzwischen seltener geworden und vielleicht auch schon ausgestorben. Das ist das Philosophieren im Garten.”

Dietmar Becker hat einen brillianten Text geschrieben (zuerst veröffentlicht in GadF 381 II/2007 ), der sich mit der Gartenphilosophie Epikurs auseinandersetzt. Maurice Maeterlinck hat in seinem Buch “Das Leben der Ameisen” wiederum drei Stämme von sogenannten “Gärtnerameisen” beschrieben. Menschen also, und Ameisen. Beides Gärtner.
Und dann: der persische Dichter Rumi! Die Kombination lässt viele Fragen offen. Und so soll es sein.

Beide Texte gelesen von Matthias Scheliga; die Gedichte von Rumi gelesen von Michaela Schimun.

Musik: Brian Eno, Steve Reich und Faramarz Payvar.

 

 

 

 

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Die Gärten der Riesen | The Giant’s Gardens

In diesen Gärten wächst eine andere Zeit. Eine Zeit, von der wir nicht wissen. Und von der die Menschen vielleicht niemals wissen werden. Am wenigsten jene, die von sich sagen wollen, dass sie die Besitzer dieser Gärten sind…

Ein Klangspaziergang durch (un)sichtbare Gärten. Entlang der Zäune und Mauern, welche die Gärten der Riesen umschliessen.

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Rosengartenträume | Rose Garden Dreams

Es ist Nacht geworden im Garten. Die Datscha liegt still. Der Garten schläft. Und die Rosen haben begonnen zu träumen.
Noch immer sind die Antennen auf Empfang und wir lauschen den Frequenzen, die durch die Dunkelheit zu uns dringen. Fast scheint es, als sei dort draussen ein Flüstern zu hören. Es ist der lange verloren geglaubte Duft einer wilden Rose, der sich mit jenen Düften vermischt, die über den Tag von den Bienen davongetragen worden sind. Die aus dem Rosengarten waren nicht dabei: Die Bienen wissen um das Gift, das in den Blüten der Hybriden auf sie wartet. Rose is a rose. But not every rose is a rose or not.
Ein Zeichen sind wir, deutungslos / Schmerzlos sind wir und haben fast / Die Sprache in der Fremde verloren… Die Träume der Rosen sind schwer und leicht zugleich. Eine Stunde stehlen wir der Nacht, denn eine Stunde lang wollen wir sie teilen.
Rosengartenträume mit Hölderlin, Gertrud Stein, chinesischen Märchen, Matmos und Wittgenstein.
Nein, wir haben Euch nie einen Rosengarten versprochen…

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Einsprechen und Singen

31. Juli, zu Gast im Studio, reboot.fm, Haus der Kulturen der Welt: Die Autoren Ulrike Stöhring und Matthias Scheliga. Draußen ist es heiß und wir lesen Texte. Über stotternde Gärtner und Lippenblütler, Pilze, das Paradies – und 10 Seiten über die Gartenphilosophie des Epikur. Grandios gesprochen von Matthias Scheliga.

Und Frau Stöhring sang für uns das Lieblingsgartenlied ihrer Kindheit:

Jannek hatt' einen Garten

 

Aufnahmeleitung: Pit Schultz
Regie: Gabi Schaffner

 

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