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DR 2014

Knight of the Golden Globes

[Übersetzung folgt]

Australian Beauties reconnects to the work of German botanists travelling Australia since the 50s of the 19th century. Namely the work of Ferninand von Müller was vital for the botanic culture of Australia: Not only did he discover a great number of plants and became the renowned director of the Melbourne Botanic Gardens in 1857. Even before that he started on the most extensive collection of pressed plants in Australia for a herbarium that still forms the core of the present “plant library” of the Botanic Gardens.

Australian Beauties is a “roadside herbarium” currently featuring 23 pressed plants from Australia, provided with reinvented names, but real situational descriptions and observations on the nature of the specific plant. The work draws on the spirit of discovery which forms such a great part of Western culture – and defies it at the same time in counteracting the “laws” of taxonomy, scientific soberness and order. The grit of the road still sticks to the pressed specimens. Some look ravished, some are just blossoms without stems or leaves, others have faded, unrecognizable colours… with the discoverer occasionally failing to remember the exact location (a gravelled parking lot on the A3, Tasmania). Australian Beauties hovers on the brink between the factual and the imaginary and between irony and wonder. The images are commented in English and German and will form a printed publication presented probably in 2017.

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Occasionally, one picks flowers by the wayside… If you do this on a faraway continent like Australia, the outcome is somewhat surprising. I’ll leave the “real” names of those plants to the botanists, this is a more of a roadside diary…

This one is the first, 22 will follow.

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Datscharadio präsentiert: Kompost und  Poiesis

 

Ein Spätsommertagstraum von Gartenkultur
Samstag, 9. August 2014. Im KIZ Gießen. 16 – 22 Uhr

 Datscharadio  feiert den Abschluss seiner 100-tägigen Forschungsmission mit Gästen und Künstlern, Musik, Vorträgen und einem im Garten des KIZ eingerichteten Mikro-FM-Sender.

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  • Ort: KiZ (Kultur im Zentrum) Gießen.
  • Datum: Samstag, 9. August 2014
  • Zeit: 16 Uhr
  • Lokale Frequenz: 91,5 MHz
  • Adresse: Südanlage 3a, Eingang japanischer Garten/Löberstraße
  • Veranstalter: Datscharadio. Gabi Schaffner/Pit Schultz

Downloads: DR_KIZ_e_plakat2 Datscharadio PR3fin_16Uhr

Programmvorschau:

16 Uhr Begrüßung, anschließend

  • Konzert für Nachtigall und Rasenmäher (Spektrale Partituren fürs Publikum. Violine: Marcin Gortel). Mit einer Einführung zum akustischen Horizont
  •  Feldnotizen. Ethnografische Observationen. Lesung: Gabi Schaffner. Die Landesgartenschau Gießen als Untersuchungsfeld
  •  Kommunikation mit Pflanzen. Vortrag: Dr. Verena Kuni (Kunst- und Kulturhistorikerin und Expertin für urbanes Gärtnern und DIY-Kultur, Frankfurt)
  •  Der Audiokomposter, nach einer Idee von Knut Aufermann, Programmierung: dieb13. Vortrag: Pit Schultz
  •  Die Gießkanne als Instrument. Kurztutorium von Hannes Wienert (Multiinstrumentalist, Hamburg). Mit Ausstellungsstücken aus dem Gießkannenmuseum Gießen
  •  Quattroflex, Sheng und Wassertrompete. Konzert Hannes Wienert im Garten des KIZ
  •  Mit der digitalen Lupe durch den Garten. Elektronisches Live-Konzert von Suspicion Breeds Confidence, Frankfurt. Audiokomposter Recycled
  •  Freier Apfelweinausschank „Heinz Schenk“; außerdem die viel gefeierte Wieseckauenkräutersuppe von Rahim En Nosse, dazu Brot, Wein und Käse.

Kontakt: info@datscharadio.de

 

 

 

 

 

konzeptuell wird hier eine ganze welt gewonnen. heideggers bluehen der blumen, maker culture, marxsche entfremdung, statt eines zweifelhaften poesiebegriffs: jeder ein poet? der arme poet? bauern, garten und volksgedichte?

 

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Die Landesgartenschau auf aporee.org

Das Feld füllt sich: Andachtslieder, ein sonderbarer Vogel, Dorfsingspiele… Auf das Bild klicken um zur Landesgartenschau-Klangkarte zu gelangen!

Courtesy Udo Noll/aporee.org

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Eröffnung der Dokumentation “Draussen”. Im Basement Peter Rösels “Seerosen” (Bild wird ergänzt), oben  Präsentation der Arbeiten, Publikum und Ansprachen, im Garten zunehmende Heiterkeit bis tief in die Nacht.

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Nachgereichte Notizen:

Während der Wohnwagen auf der Wiese sofort als ein Element der eigenen Lebenswelt begriffen wird, stellt die Frage, was „datscharadio“ eigentlich ist und macht, für die Besucher eher ein Rätsel dar.

Hier eine Auflistung der häufigsten Fragen, in geschätzten Prozenten von 100 Besuchern (Direktkontakt) im Zeitraum vom 26. April – 8.Mai und vom 3. – 14. Juni:

Was machen Sie hier eigentlich?                 100%

Kann ich das Radio jetzt hier hören?           55%

Was ist ein Audiokomposter?                       84%

Schlafen Sie auch hier?                                  60%

Wie geht das mit dem Radio?                       26%

Was ist das für ein Wohnwagen?                   8%

Und Sie sind hier die ganze Zeit?                 65%

Nach Klärung der Fragen sind die Reaktionen durchweg positiv. Frauen und Paare (vor allem Frauenpaare) sprechen eher auf die sozialen Komponenten an und setzen sich gern auch zum Zuhören hin. Männer interessieren sich im Durchschnitt mehr für die technischen Parameter und testen eventuell den Zugang zum Player von ihrem Smartphone aus. Junge Leute finden das Projekt „cool“ oder „abgefahren“. Das Durchschnittsalter der Besucher ist +/- 50 Jahre. Gruppen, besonders solche mit hohem Seniorenanteil und/oder Gehbehinderten, begnügen sich in der Regel mit der Hinweistafel. Erwachsene in Begleitung von Kindern werden entweder von diesen zum Besuch verlockt oder sie kommen, um die Aufmerksamkeit ihrer Sprösslinge auf etwas zu richten, das beide Parteien gleichermaßen interessant finden könnten: „Schau mal, hier kannst du gucken, wie es in einer Radiostation aussieht. – Dürfen wir mal reinschauen?“

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Auffallend oft wird die Anwesenheit der KünstlerIn überschwänglich begrüßt.

„Ach, endlich ist mal jemand da!“

„Schön, dass jetzt hier jemand ist. Was ich schon immer mal fragen wollte: …“

„Bleiben Sie jetzt bis zum Ende der Gartenschau hier?“

„Ja Sie! Datscharadio! Sie such’ ich schon die ganze Zeit!“

Einerseits sind es die Gästeführer der LGS, die für ihre Führungen Hintergrund-Infos benötigen. Zum anderen sind es die Besucher mit Dauerkarten, die regelmäßig das Gelände ablaufen. Obwohl die Internetadresse von datscharadio deutlich überall angegeben ist, wird der persönliche Kontakt einer Recherche vorgezogen. Die Tatsache, dass hier die „Sitten und Gebräuche“ einer Landesgartenschau im Fokus stehen, samt ihren Besuchern und der Lebenswelt Gießen, wird meist freudig registriert. Daher ist die Mehrzahl auch mit dem Fotografieren ihrer Person einverstanden.

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Drei Besucher vom 1. Mai. Das Wetter: regnerisch. Die Herren technisch versiert, die Dame amüsiert.

Das Element „Wildwuchs“ um den Caravan wird vorwiegend als „romantisch“ empfunden. Unter den „aufmüpfiger“ gesinnten Besuchern (Linke/ Aktivisten/Studenten) scheint eine gewisse Freude am Rebellischen durch. Das ungehinderte Wachstum der Gräser und Pflanzen wird klar als Gegensatz zum Präsentationkonzept der LGS begriffen, auch wenn diese selbst Wildwiesen zur Gestaltung der Flächen verwendet. Entsprechend wurde das versehentliche Niedermähen der Bepflanzung vom 14. Juni empathisch kommentiert.

„So ein Sch…!“

„Wie kann man nur!“

„Och, wie schaaade!”

„Ja, nee, ne! Ordnung muss halt sein, denken die.“

„Versteh’ ich nicht, versteh’ ich wirklich nicht! Das sind doch Pflanzen! Also, das kann man doch sehen, dass das ne Blume war… also ist… naja, jetzt nich’ mehr.“

 

 

 

 

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9:30 Das Übliche: Uploads, Fotobearbeitung, Mails, Telefon

11:30 Hörstation Stadtbibliothek: Kopfhörer nachgereicht.

Auf dem Weg zur LGS, Höhe Moltkestraße, die Prärieblumenbepflanzung der Verkehrsinseln: Verbascum, Gaura, Achillea, Lychnis ‘Alba’. Weiß und Gelb.

 

12:30 Ankunft Sendestation. Die gemähte Wiese hinter dem Caravan ist mit kleinen Heuhaufen bedeckt. Die Gärtner sind dabei, es mit Gabeln auf die Rückfläche in einen kleinen Transporter zu häufen. Gespräch mit Gärtnern. Herr Hüssein plus ein zweiter Mitarbeiter, den ich auch schon kenne. Plus Herrn Mondher aus Tunesien – „Das ist einzige Arbeit, die es in Deutschland gibt“ – und Herr Danial aus Italien.

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Mails, Uploads, Fototransfers.

14:00 Rundgang LGS. Die Allendorfer Blaskapelle spielt.

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Auf dem Plan immer noch die Gartendekostände und ihre Kunden. Wer kauft so was und warum? Kauf einer Profigartenschere beim Fachmann. Nur spärliches Gewusel um den Stand mit hand(?)getöpferten Gartendekorationen: Bunt glasierte Raben, Karotten mit Gesichtern, Katzenfiguren zwischen Garfield und Tigerente, Gänsehälse (mit Kopf), die man in Büsche stecken kann, Fische, mit aufgesteckten bunten Kugeln versehende Staudenstützen… Ich stelle mich neben die wildgelockte, resolute Verkäuferin. Das Mikrofon ist an, verschwindet aber zwischen dem Krimskrams auf dem Tisch. Die Dame legt überhaupt keinen Wert darauf, dass irgendwas aufgenommen oder gar ein Bild von ihr gemacht wird. Zur Fehlorganisation der Gartenschau hat sie aber viel zu sagen. Dies betrifft im wesentlichen Essens- und Eintrittspreise, fehlende Informationen über zu erwartende Busgäste und die Müllentsorgung.

Danach Gespräch mit zwei Frauen um Mitte 50 aus dem Dorf Buchenhagen im Kreis Korbach/Hessen. Wir kommen vom Sinn und Zweck der Gartendekoration „Es muss schon passen, also so ganz kitschig darf es für mich nicht sein“, zum aktuellen Betätigungsfeld des Landfrauenvereins, in dem die beiden organisiert sind. Ich erfahre nahezu alles.

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16:36 Nächster Punkt auf dem ethnografischen Planzettel sind nach wie vor die Architekturen der LGS und: Was sagen die Leute zum zweiten, auf der LGS installierten Kunstwerk, dem Biozön-Gewächshaus?

Fotos Steinteichlandschaft mit balancierenden Kindern, Foto Gartenpavillion mit angemalten grünen aber toten Baumstämmen, Foto Verbascum II vor einer schachtelartigen modernen Architektur. Das Hinweisschild fordert die Besucher auf, ihre persönlichen Vorstellungen von „Paradies“ mit Kreide auf die schwarzen Wände des Inneren zu skizzieren. Drinnen finde ich Kommentare im Stil von Toilettengraffiti, vielleicht etwas kindischer: „Mina hat Käsefüße“, „Gießen ist asozial“. Neben der Zeichnung einer Sonne mit Wolke und Schmetterling steht das Wort „Teppichrasen“. In ein Yin&Yang-Zeichen ist ein Haus gemalt. Eine junge Person namens „Nigg“ hat (s)einen Link auf soundcloud angegeben. Allgemein scheint der Paradies-Block vornehmlich von Schulklassen genutzt zu werden.

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Gang über die Brücke bei den Wasserdampf sprühenden roten Kugeln im Wasser. The perfect picture: Ein Junge auf den Sportgeräten davor, die die Nebel in Gang setzen.

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Das Biozön. Interview zwei Personen, beide mit langen grauen Haaren, es wird intensiv durch die Glaswand geschaut und fotografiert. Auf Nachfrage sind sie nicht nur sehr freundlich sondern auch: Begeistert vom Werk. Kleines Interview mit Connie und Detlef, die aus dem Ruhrpott kommen und selbst als Künstler in einem ähnlichen Feld tätig sind. Sie erzählen auch von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem „amtlichen Vandalismus“ der bei ihnen „innerer Vandalismus“ heißt. Im Zusammenhang mit einer Arbeit der Beiden, die sich mit Neophyten, also eingewanderten Pflanzen, auseinandersetzt, wurde eine Herkulesstaude von Amts wegen brutal geköpft… vor der Blütenbildung bereits.

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Zweites Interview/Gespräch mit einem Mathematiker-Ehepaar aus dem Vorort Allendorf/Gießen. Über Kunst und anderes. Herr Weiss stellt sich als ambitionierter Holzschnitzer und –Drechsler heraus, zieht sein Iphone und wir betrachten seine Arbeiten. Beide kennen Gießen noch aus der frühen Nachkriegszeit und sind über die Verwandlung der Wieseckaue mehr als erfreut.

Fortsetzung Rundgang. Grünes Klassenzimmer. Ein drittes Verbascum windet sich schlangengleich durch einen aus gezimmerten Bleistiften gestalteten Gartenzaun. Fotos Architektur, Foto extrem tristgrün gestrichene Riesenblumentöpfe vor dem entsprechenden Eingang zur LGS.

Der Weg zurück zur Hauptanlage führt entlang von Stellzäunen, die mit Werbeplanen verhangen sind. Gesichter von Kindern, hübschen Frauen, glücklichen jungen Männern. Firma nenne ich hier nicht. Hinter den Gittern die „anderen“ Spaziergänger. Man sieht die Beine, Schuhwerk, die Räder der Bikes, hört die Stimmen. Bei einer gesperrten Zufahrt neben dem Waldbrunneneingang Kreideschrift außerhalb auf dem Boden: „Wir sind das Volk“.

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19:08 Rückkehr Caravan. Zusammenpacken. Der Ventilator muss auch wieder mit. Telefoniere wegen Auto. Mir fällt ein, dass ich noch einmal nach dem Bilsenkraut schauen muss. Stimmt das mit den regelmäßigen Pflanzabständen? Ich gehe den fein geschotterten Wegrand ab: Es stimmt. Etwa alle 1,50 bis zwei Meter zum Teil sogar auf beiden Seiten des Wegs eine abgemähte Pflanze. Foto. Fürs Herbarium finde ich keine intakte Pflanze mehr. Ich ziehe probeweise an einer der Stauden. Der Boden gibt nach und, hm, ich halte meine einziges Diebsgut der LGS in der Hand, ein „Hexenkraut“. Letztes Foto vom Studio, die Ethnografin lässt ihren Hut da.

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20:00 Abschied vom Wachpersonal Quellgarten. In der Gutfleischstraße muss ich das Rad bremsen. Ein unbedingt schamanistischer Kunstleitpfosten aus Holz- und Wurzelwerk. Foto. Der Wachmann überholt mich in der Straße und meint, ich sei ja noch nicht weit gekommen. Weiteres Foto anderer Pfosten „Relevanz für Akzeptanz“ – Gießener Reime. Das Must auf dem Rückweg, obwohl beim Gastgeber die Pizza wartet: „die Woscht-Anna“. Der Imbissstand ist eine Institution in Gießen seit 1954, die Wurst hervorragend, meine Entschuldigung für den Nicht-Wurst-Kauf ziemlich blöd, aber nun. Vor mir wird noch bestellt. Kamera leider auch tot. Junger Muskelmann mit Asia-Freundin in Shorts und Haaren bis zum Po. Irgendwas hat nicht gestimmt mit der Bestellung, was es bei Anna-Woscht gar nicht geben kann, also wird eine andere, neue Woscht angeboten. Der Muskeljüngling, kurzgeschorenes Haar, Senf noch am Mundwinkel, betont dass „alles voll in Ordnung, und, wir komme ja direkt aus Frankfurt, jedes Mal un’ …– wie ?– jedes Mal, jetz auch aus Frankfurt, jede Tag? – Nee, meine Freundin is hier in Giessen, also immer wenn ich sie besuch, geh ich hier her.“

anna_woscht_k Der Anna-Woscht-Stand an einem anderen Abend im Vorbeiradeln.

22 Uhr Pizzaessen mit Gastgeber und seinen Arbeitskollegen. Einer von ihnen weiß alles über Anna und ihr’ Woscht,, die Person und ihren Namen, die Geschichte, die Wurstzulieferer, wann wo welcher Imbiss, wer mitarbeitet und wer dort isst (jeder). Die Anna-Worscht in Gießen fordert eine In-depth-Studie geradezu heraus und bekommt deshalb an anderer Stelle einen Exkurs. Das Mikrofon liegt zwar in der Ecke, aber ist eingeschaltet.

Bis 1:00 Uhr, 15. Juni: Bildbearbeitung und Sortieren des Tagesmaterials.

 

 

 

 

 

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9:15 Mails, Uploads, Umloads, Materialsichtung, Bildbearbeitungen, Telefon.

10:23 Ein Foto der künftigen Hörstation in der Gießener Stadtbibliothek im Posteingang. Große Freude und Dank an den Leiter, Herrn K.

10:40 Die Mutter am Telefon möchte das Wort „explizit“ buchstabiert bekommen. Die Ethnografin stammt aus eher einfachen Verhältnissen. Ein vor sich hin häkelndes, lesendes, laubsägendes, töpferndes, Katzen streichelndes Mädchen, das die Vorzüge sicherer Distanz mehr oder weniger beharrlich für sich nutzte. Aufbruch!

11:55 Ankunft LGS Lichtkirche.

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Aufnahme Glocken. Ich erdulde den musikalisch orientierten Gottesdienst. Eine Dekanin, vietnamesischer oder koreanischer Herkunft sitzt am E-Piano. Es klingt wie Elton John auf LSD mit Valium. Gute Worte der Pfarrerin, Bezug aufs Fußballspiel, die moderne Predigt, Aktualität, Gerechtigkeit, Lied, Gebet. Eine elegante, ältere Dame in Gelb schräg hinter mir.

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Im Anschluss: tolles Gespräch über den „Gießener Schlammbeisser“. Herr Meilinger macht Kostümführungen und spricht ebenso gewandt wie entspannt ins Mikrofon. Außerdem hat er das Modell der Lichtkirche, die hier als Spendenbox dient, selbst gebaut. Mehr zum Schlammbeisser ein andermal, hier reicht mir die Zeit nicht.

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14:00 Der Gästeführer vom Vortag, Herr Günther Kühnel, besucht mich in der Sendestation. Wir sprechen über Kunst.
14:23 Aufbruch Bücherei, Hörstation einrichten

16:30 Hunger. Trotzdem Botanischer Garten.

Gespräch mit charmanter Aufsichtsdame, die mich wegen meines Fahrrads anhält. Interview, Gespräch. Wir gehen auf die Suche nach dem weiblichen Ginko.Nachdem wir ihn nicht finden, in der Nähe des Blindengartens sollte „sie“ eigentlich stehen, holt Frau Rödinger ihren Kollegen zu Hilfe. Wir finden den Baum. Unterwegs streichelt Frau Rödinger einen Fenchel. Sie mag Pflanzen zum Anfassen. Auch die Mahagonikirsche gehört dazu. Zwei schnieke junge Leute, alternative Punks oder ähnlich mit Hund, werden freundlich aufgefordert, den Park zu verlassen, da keine Hunde erlaubt seien. Zwischendurch sprechen wir über das Streicheln und Besprechen von Pflanzen. Frau R. hat keinen eigenen Garten und freut sich sehr über ihren Job. Sie gibt mir ein Brötchen mit auf den Weg. Und ich schau mir noch Afrika,  Amerika und den Blindengarten an.

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17:35 Plan weiter: Architekturen und Leute auf LGS. Mail mit Isa Balzer, die den Katalog macht für uns Künstler alle. Fotos von Architekturen und Leuten. Uploads, Umloads. Mail mit Pit. Muss mich auf seltsame Server einloggen und dort „rebooten“. Klappt.

19:27 Herr Hüssein umkreist den Caravan mit seinem Rasenmäher seit gut 45 Minuten wie eine wildgewordene Hummel. Eigentlich müsste alles gemäht sein. Die Abendsonne scheint. Gutes Licht, aber das Telefon ist tot. Ich warte darauf, dass es endlich RUHIG wird, damit ich mein Getränk genießen kann. Arbeiten die jetzt doch am Englischen Rasen?

Isa meldet, dass gleich da. Hole sie ab und muss Pflanzen aus dem Quellgarten sammeln. Finde ein Exemplar Cannabis sativa. Weil meine Telefonkamera tot ist, leiht mir Isa ihre. Im Studio Gespräch über Katalog und anderes.

21 Uhr Verlassen des Geländes. Kochen beim Gastgeber, Blumenkohlgratin.

22:30-00:30 Texte, Uploads, Bildbearbeitungen.

 

 

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